216
Schlachten der neuesten Zeit lassen öfters einzelne odermehrere Armeekorps auf verschiedenen Punkte von einandergetrennt fechten, und nur eine leichte Verbindung durchKavallerie unter einander erhalten. Man darf nicht ängst-lich um Flanke und Rücken besorgt seyn; denn ein Ar-meekorps hat durch die Aufstellung in Brigadeniassen in-nere Festigkeit genug, um nach allen Seiten dem Feindedie Spitze zu bieten.
Es bleibt nun noch übrig, die Aufstellung und Mit-wirkung der Artillerie in der Masscnaufstellung eines Ar-meekorps zu erörtern, entweder um sich gegen besondersan Kavallerie überlegene feindliche Etreitkrafte in verthei-digende Stellung zu setzen, oder auch zu Angriffsbcwegun-gen, zum Durchbrechen der feindlichen Stellung, sich ineine Masse zu formiren.
Als man sich noch in ausgedehnte lange Linien stellte,hielt man die offenen Vierecke für das sicherste Hilfsmit-tel der Infanterie, sich gegen Kavallerie zu vertheidigen,und Beispiele bethätigten, daß dieses zuweilen gelang. Dietaktische Theorie setzte auch diese Vierecke vielfältig rechtkünstlich zusammen, begnügte sich nicht an vier Seiten,sondern wollte auch Flankeufeuer gewinnen, um durch das-selbe die schwachen Ecken, in welche man in der Regeldie Regimeutsgeschütze stellte, zu vertheidigen. Man be-wegte sich mit diesen Vierecken nach allen Seiten, undrecht künstlich auch auf der Diagonale. Ihnen fehlte aberinnere Kraft zum Angreifen; sie waren allein auf dieVertheidigung beschränkt, und je größer sie waren, destomehr nahmen sie an Uiibcwcglichkcit zu, daher sie auch inder Regel aus nicht mehr als vier Bataillonen formirtwurden.
In die Stelle dieser offenen Vierecke sind nun dievollen oder Bataillonsmassen getreten, welche allerdingssowohl mehr innere Festigkeit haben, als auch gleichzeitig