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Dennoch giebt uns die Kriegsgeschichte die Erfahrung,daß in der Regel alle verschanzten Lager bei regelmäßig ge-ordnetem Angriffe genommen und erobert worden sind,wenn sie nicht so angelegt waren, daß man sich außer-halb der Dcrschanzungcn mit dem Feinde schlagen konnte.Die Geschichte der römischen Feldzüge ist voll von derglei-chen Beispielen, wo sie ihren Feinden außerhalb der Ver-schanzungen entgegen gingen, diese aber ihnen nur zumRückhalte dienten, welche sie mit Reserven besetzten, wieCäsar im berühmten Lager bei Ruspina, aus welchem erder Armee des Scipio entgegen rückte '). Villars undTurenne verließen jedesmal diese Linien, wenn sie einemAngriffe des Feindes entgegen sahen, und erwarteten den-selben in gut gewählten Stellungen- Wo dies andereFeldherren nicht thaten, vielmehr den Angriff in zusammen-hangenden Rctrenschcments erwarteten, wurden sie geschla-gen. Ein Beispiel hiezu giebt die Schlacht bei Nördlin-gen 1645 2 ), das Rctrcnschement auf dem Schellenbergebei Donauwerth 1700 ^), und das bei Turin, welches, ob-gleich von 80,000 Franzosen vertheidigt, vom großen Eu-gen mit 30,000 Mann angegriffen und erobert wurdeDies veranlaßte wahrscheinlich den Marschall vonSachsen, diesen Kenner des Krieges, zu der Behauptung ^),daß, wenn man schwächer ist als der Feind, man sichnicht hinter Brustwehren behaupten werde, wo der Feind
1) <1e la äe ^nlins dösar en
pai- Ouisc>is,at. '1. II. LI>->p. 7-
2) «le. I. I . 16l.
3) >I6n,oir<-., 6,i krlnce I-'iK'n,-. 's. II. p. 168.
1) »>:>I. '1. III. p. 12.
5) NSvoiieL >Iu ^I^rccll.il ile 8,nr. p 180.e. Grevem? Org. u.Takt. II. 15