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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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man sich vom Feinde, die Reserven zu früh zu brauchen,oder sie an Punkte zu führen, wo der Feind nur Schein-angriffe macht, um die Reserven vom eigentlichen An-griffspunkte abzuziehen. Eine letzte Reserve muß noch zurHand bleiben, den bereits in oder zwischen den Verschan-zungen eingedrungcnen Feind anzugreifen. Dieses Locswird die reitende Artillerie besonders treffen. Die Ar-tillerie hinter den Brustwehren zieht sich beim Sturme zu-rück, und nimmt rückwärts eine andere Aufstellung, welcheschon ebenfalls durch Brustwehren vorbereitet seyn muß,in welcher zweiten Linie neuer Widerstand statt findet.

Von allen Batterien und allen Punkten müssen dieDistancen den Artillerieoffizieren genau bekannt seyn undbemerkt werden. Jedes Terrain hat gewiß einige Gegen-stände, welche als Merkmale der verschiedenen Distanzendienen werden.

Folard sagt: die Morgenstunden seien die Schäfer-stunden des Sieges, und die Geschichte aller Angriffe aufbefestigte Stellungen läßt auch solche fast immer beimersten Grauen des Tages beginnen; daher zu dieser Zeitdie Wachsamkeit verdoppelt werden muß. Die Artilleristenmüssen bei ihrem Geschütze, die Pferde angeschirrt seyn.

Als Erleuchtungsmittel dürfte es zweckmäßig seyn,große Haufen brennbarer Materialien in einer gewissenEntfernung vor der Front und auf den Punkten, wosich der Feind nähern kann, aufzuhäufen, diese Hau-fen zum bessern Anbrennen noch mit Pech und Schwefelzu versetzen, und durch einen Mann bewachen zu lassen,welcher den Haufen anzündet, wenn sich Vorposten undFeldwachten zurückziehen müssen. Es könnten unter dieseHaufen auch noch geladene Bomben gelegt werden, welcheden Feind verhindern, sie durch Auseinanderreißen löschenzu wollen. Man wird durch solche brennende Haufen sehrgut den Feind sehen und ihn beschießen können.

Greift der Feind bei Tage an, so hat die Artillerie