Buch 
2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
249
JPEG-Download
 

249

in einer solchen Stellung hinter Brustwehren Zeit, so zusagen mit Muße con smors zu schießen. KeinSchuß darf eigentlich fehlen; und da alle Punkte bestrichenwerden, müßte es dem Feinde fast unmöglich werden, dieVcrschanzungen zu nehmen; wenigstens wird er nicht ohnebedeutenden Verlust zwischen oder in die Verschanzungeneindringen können. Die Artillerie hinter den Brustwehrenwird nicht eher etwas von der feindlichen Infanterie zubefürchten haben, als bis dieselbe bereits Schanzen genom-men hat oder zwischen diesen eingerückt ist. Denn wirlegen die Artillcriebrustwehren so an, daß sie vom Jnfan-teriefeuer aus den Schanzen gedeckt und bestrichen werden,wie denn die Artillerie die Schanzen deckt. Dringt derFeind dennoch ein, und überwindet alle Schwierigkeiten,dann zieht sich die Fußartillerie hinter die Brustwehrenzweiter Linie, die reitende rückt heran, deckt diesen Rückzug,oder wirft auch den gewiß nicht in der besten Ordnungsich befindenden Feind zurück.

So weit können wir die Artillerie zur Vertheidigungeiner verschanzten Stellung brauchen. Welches wird aberihre Bestimmung beim Angriffe seyn?

Hier unterscheidet sich der Angriff dadurch von deroffenen Feldschlacht, daß das feindliche Lager, die Stärkeseiner Verschanzungen und der beste Angriffspunkt schonvorher durch Rckognoscirungen ermittelt werden muß;denn nicht gerathen möchte es seyn, so blindlings auf einedergleichen Stellung loszutraben, oder erst während desArtilleriefeuers die Lage der feindlichen Werke erspähen zuwollen. Ueberdies ist der Gegner, wenn im Laufe derKriegsunternchmungen eine Armee Zeit erhält eine Stellungzu verschanzen, in der Regel nicht in der Lage, solcheshindern zu können. Der Angriff gegen eine verschanzteStellung darf nicht in eine lange Kanonade ausarten; ermuß für den verschanzten Theil, wenn dieser gleich immereinen» Angriffe entgegen zu sehen hat, dennoch etwas