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weiter andere gewaltsame Uebergänge über Flüsse, welchein den vielfältigen Kriegen bis 1789 stattfanden, sonderngehen gleich zu denen des Revolutionskrieges über.
Zwei merkwürdige Rheinübergänge Moreau's mit derRhein» und Moselarmee am 24. Juni 1796 und 20. April1797 bei Kehl, sind wegen der getroffenen Maßregeln,um dem Feinde das Vorhaben zu verbergen, und durchmehrere Scheinangriffe den Uebergangspunkt zu maskiren,lehrreich; aber nicht als eigentliche gewaltsame Uebergängezu betrachten, da die Gegner längs dem Rheine in ein-zelne Postirungen aufgelöst, nirgends einen erheblichenWiderstand leisten konnten.
Das Faktum bei Lodi gehört nicht in die Reihe unse-rer Betrachtungen, wenn es gleich vieles Aufsehen in derKriegsgeschichte der neuern Zeit gemacht hat, und an vielenOrten recht poetisch beschrieben worden ist. Man kann esnicht abgesondert von den Ereignissen beleuchten, welcheden einmonatlichen Feldzug charakteristren; aber wichtigenStoff giebt es zu Betrachtungen über den moralischenEindruck, welcher im Kriege oft mehr als Waffen ent-scheidet.
Wir kommen weiter auf den großen gewaltsamenUebergang der Franzosen im Feldzuge 1809 im Angestchteund Bereiche der Kanonen der feindlichen Armee. EinKriegsereigniß, welches in jeder Art, besonders aber vondem Gebrauche und der Anwendung der Artillerie, einlehrreiches Beispiel aufstellt. Wir folgen in der Beschrei-bung desselben einem unpartheiischen Schriftsteller und Au-genzeugen *). Die vorangegangene zweitägige Schlachtbei Aspern hatte beiden kämpfenden Theilen die Wich-tigkeit der Lobau kennen gelehrt. Den Zeitraum von dieser
I) Valentini's Versuch einer Geschichte des Feldzugs von1809 an der Donau.v.Srevcnitz Org. u. Takt. N.
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