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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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bis zur Schlacht von Wagram, mithin vom 23. Mai bis5. Juni, benutzten die Franzosen, sich auf der Insel Lobaurecht fest zu setzen und ihren beabsichtigten Uebergang auSderselben auf das linke Donauufcr vorzubereiten. DieOestreicher aber waren auch nicht müßig in ihren Gegen»ansialten, dem Feinde den Uebergang zu wehren. DieStärke des Donauufers von Aspcrn bis in die Gegendvon Probsidorf war durch eine eingebogene Linie von Ver-schanzungen (Pl. XVI. Bd. 1.), die mit beiden Flügeln andie Donau sich lehnten, von dem übrigen Ufer gewisser-maßen abgeschnitten, und so die als Festung betrachteteInsel wie mit einer Contrevallationslinie eingeschlossen.Diese Verschanzungsfront bestand aus einzeln liegendenWerken. Vor Aspern, Eßlingen und Stadt Enzersdorfbefanden sich Hauptpunkte. Diese Werke hatten in derFront ein starkes Profil; von hinten waren sie aber nurmit einer schwachen Brustwehr, in welcher lauge Pfählein schräger Richtung eingeschlagen waren, geschlossen.Aspern und Eßlingen waren als Bastionen, und der Land-wehrgraben zwischen beiden Dörfern, der schon auf beidenSeiten längs den Wiesen sich weiter erstreckt, als Cour«tine anzusehen. Zwischen den Hauptpunkten lagen zumTheil hinten offne kleine Schanzen und Batterien. Allediese Verschanzungen wurden anfangs nur in der Geschwin-digkeit leichthin aufgeworfen, nach und nach aber verstärktund erweitert. Die Absicht bei dieser Verschanzungsliuiewar unstreitig, mit wenigen Truppen dem Feinde denAustritt aus der Lobau verwehren zu können, wenn dieArmee etwa einmal, es sei nun zu offensivem oder defen-sivem Zwecke, ihre Stellung der Lobau gegenüber ver-lassen würde, um sich nach anderen Gegenden zu bewegen.

Aber auch Napoleon stand mit seiner Hauptmachtunbeweglich auf und an der Lobau. Auch er mochte be-sorgen, seinem Gegner eine Blöße zu geben, wenn er diesewichtige Gegend verließe, und zugleich hoffen, jener würde