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zunächst liegenden Werke zu zerstören, und durch ein be-streichendes Feuer den zum Austrittsplatze erwählten Raumfrei zu machen. Doch verhielt sich dieses Geschütz für jetztnoch völlig ruhig, und nur aus den nach Eßlingen undAspern zustehenden Werken ward gefeuert, um die Auf-merksamkeit der Ocstreicher auf diese Punkte zu fesseln.
Die Franzosen setzten den 2- Juli am frühen Mor-gen mit 500 Voltigeurs nach der bei Aspern gelegenenMühleninsel (e.) hinüber, verbanden sie durch Schiff-brücken mit beiden Ufern, und besetzten sie mit zahlrei-chem Geschütz. Ein Brückenkopf ward in der Geschwin-digkeit vor diesem Uebergangspunkte aufgeworfen. Auchvon den Eßling gegenüber liegenden Inseln schlugen sieBrücken nach dem linken Ufer (k.). Die östreichischen Bat-terien störten sie sehr bei dieser Arbeit und bohrten meh-rere Drückenschiffe in den Grund. Die Franzosen begün-stigten indeß diesen Brückenbau durch ein lebhaftes Feueraus allen Batterien der Lobau, und gruben sich auf denInseln ein, deren sie sich bemächtigt hatten.
Und als nun alle diese Vorbereitungen getroffen, dieAufmerksamkeit der Ocstreicher auf die Punkte bei Aspernund Eßlingen gelenkt war, versammelten sich die verschie-denen französischen Armeekorps in gedrängten Haufen aufder Lobau, einladend für die Ocstreicher, ihnen durch einewirksame Kanonade wehe zu thun. Es ward daher be-schlossen, am 4. Juni Abends eine Anzahl schwerer Geschützein die Batterien gegen die Lobau zu führen, und währendder Nacht sie lebhaft zu beschießen *). Diese Kanonadesollte um 104 Uhr anfangen. Der Feind durchkreutzte
') Warum that man dieses nicht schon früher, um schoneher dem Feinde bei seinen mannigfaltigen Arbeiten auf denInseln der Lobau zur Last zu fallen, und ihn bei diesen >u stö-ren? Man muß annehmen, daß bis dahin keine schwere Batte-rießäicke bei der Hand waren.