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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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vollkommen gelang. In der Regel kann man annehmen,daß, wo der Feind einen Ucbergang über einen Fluß zuunternehmen beabsichtigt, vom Gegner alle Schiffsgcfäßean das jenseitige Ufer aufgebracht, oder vernichtet seynwerden. Man wird nur auf ganz kleine Fifchcrkähne rech«nen können. Eins der kleinsten solcher Fahrzeuge hatteder Verfasser zum Einladen eines Geschützes bestimmt,welches natürlich ganz aus einander genommen, und dasRohr von der Lastete getrennt werden mußte. Alles die-ses geschah in der Ordnung, wie die verschiedenen Theilewieder zusammenzusetzen waren, ohne Aufenthalt und Stö-rung zu machen. So wurden die Kähne durch zweiSchwimmer und des Schiffens kundige Kanoniere überdie bei Groß-Glogau nicht schmale Oder geführt. Bedie-nungsmannschaft und Pferde schwammen neben her, In-fanterie voran. Nach Verlauf einer Stunde vom erstenAugenblicke an, wo mit dem Auseinandernchmen des Ka-nons der Anfang gemacht wurde, geschah am jenseitigenUfer einige 1000 Schritte von demselben der erste Schuß.DaS Aus» und Einlegen des Kanonrohrs war dasSchwierigste, da es vermöge des sehr kleinen Kahnes anRaum fehlte, Menschenkraft anzuwenden. In vielen Fäl-len dürften dazu abgerichtete Kanoniere und Pferde vonso großem Nutzen seyn, daß eine Uebung dieser Art beider Artillerie nicht aus den Augen gelassen werden sollte.

L) Den Gebrauch der Artillerie im Gebirgs-kriege

rechnen wir auch unter die besondern Vorfälle, da hiernicht die gewöhnliche Anwendung der Artillerie in größer»Massen statt finden kann, und die Natur des Landes denWirkungen der Geschosse entgegen ist. Ueber die Märschebei hohen Bergen haben wir uns in dem Abschnitte überMärsche schon ausgesprochen. Mehrere ältere Artillerie-schriftsteller sprechen häufig von einer besondern Gebirgs-artillerie, tvelche aus ganz leichten, nur 3 oder noch we-