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sen muß. Hier müssen Geschütze durch Schluchten überund auf steile Berge gebracht werden; einige unerwarteteSchüsse thun hier oft große Wirkung, wo der Feind nichtahndet, von Artillerie angegriffen zu werden; und reichendie natürlichen Kräfte der Menschen und Pferde nichtmehr zu, so wendet man mechanische Hilfsmittel an.
Der Krieg im hohen Gebirge löset sich mehr in einenPostenkrieg auf, und die Artillerie wird, wie auch die übn.gen Waffen, nur in kleinen Theilen gebraucht werden kön-nen. Hat man eine Schlucht im Defilee zu vertheidigen,so stellt man die Geschütze in halber Kartätschschuß»weite hinter dieselbe. Man erlangt hierdurch den Vor-theil, den Feind schon wirksam beschießen zu können, eheer sich dem eigentlichen Durchgangspunkte nähert. NachMaaßgabe der Natur des Defilees wird man sich auchöfter der Kugclschüsse noch mit größerm Vortheil, als derKartätschen bedienen können. Beim Angriff der Artilleriegegen einen Verhau möchten wir es immer vorziehen, mitKugeln zu schießen, und zwar in der Entfernung des Vi-sirschusses.
Muß der Durchgang durch einen Gebirgstheil ge-waltsam erzwungen werden, wozu man sich in Folge un-günstiger Verhältnisse gezwungen und vom Feinde ge-drängt sieht, da ist es zweckmäßig, die Artillerie, dasheißt die Geschütze, größtentheils der Tete der Infanterieund der der Avantgarde folgen zu lassen. Munitions-wagen und Parks werden zwischen den übrigen Truppenbrigadeweisc vertheilt, und der Arriergarde, nach Maß-gabe der Umstände und der Natur des Landes, mehroder weniger Batterien zugetheilt.
Ein solcher Fall fand 1813 beim Kleisiischen Korpsauf dem Rückzüge von Dresden nach Böhmen statt. Dergrößte Theil der Artillerie folgte der Spitze, und entwik-keltc sich im Thale von Kulm rechts und links der Straße.Daß ein Theil dieser Artillerie durch einen sich in Der-