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Einleitung.
'Außer diesen wesentlichsten Elcmentarvrganen der Pflanzen sind nochdie Jnterzcllulargängc, die Milchsaftgefäße und die Harz-und'Lustg än g e zu ermähnen.
Die Jnterzellnlargänge sind Lücken zwischen den mit einanderznm Zellgewebe verwachsenen Zellen; im Parcnchym enthalten sie Luft, imHolz und Eambium dagegen Saft.
Die Milch gcfäße sind ibrer Entstehung und ihrem Bau nach nochzu wenig bekannt; sie bilden wie die Jnterzellnlargänge ein dnrcb's Zell-gewebe verzweigtes Netz von Kanälen, die im ältern Zustande mit einereigenen Wandung versehen sind und in denen immer Sekret der Pflanze,der Milchsaft, enthalten ist. Sie sind nicht allen Pflanzen eigen und werdendurch ihren Inhalt, den Milchsaft, technisch in verschiedener Weise wichtig.Der letztere liefert je nach der Pflanze tödtliche Gifte (das indische Pfeil-gift», Fedcrbarz, Gummigutt u. s. w.
Die Harz- und Luftgänge sind entweder stark erweiterte Jnter-zellulargänge oder Lücken im Zellgewebe, durch Absterben von Zellen ent-standen, die Lust oder von der Pflanze ausgeschiedenes Harz enthalten.
Aus einigen oder allen der genannten Elcmcntarorgane bestehen diezusammengesetzten Organe, welche nach ibrcn verschiedenen Berrichtungen inErnährungs- und Fortpflanzung s vrg ane eingetheilt werden. Er-stere saugen aus der Erde und.Atmosphäre Nahrnngsstoff ein, wandeln den-selben in die Bestandtheile der Pflanze um und sondern die überflüssigenStosse ab, wodurch nicht nur die Pflanze erhalten, sondern auch ibr Wachs-tbum befördert wird. Die Bestimmung der letztem ist, den Keim der künf-tigen Pflanze auszubilden, welcher von der alten Pflanze getrennt in derKnospe oder dem Samen des neuen Gewächses fortpflanzt. Die Bekannt-schaft mit diesen Organen ist, da sie technisch vielfach gebraucht werden, fürdas Waarenstudium erforderlich, und sollen diese Organe und ihre einzelnenTheile in Kürze, aber so faßlich, als es der Zweck dieses Buches mit sichbringt, bier angeführt und erklärt werden.
Zu den Ernährungsorgancn gehören:
a) Die Wurzel, unter welcher im Allgemeinen die Fortpflanzungdes Stammes unter der Erde zu verstehen ist; sie befestigt die Pflanzen anden Boden und saugt aus diesem die Nahrung ein; streng genommen aberist sie derjenige Theil der Pflanze, der aus dem Würzelchcn des Keimlingshervorgeht. Man theilt die Wurzeln in einfache und zusammenge-setzte und unterscheidet den Wurzel stock, die Würzclcken und die