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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
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13
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Die Pflanzenkörper-

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Wurzelfasern. Letztere sind einfache, lange, dünnwandige Zellen, welchedas mit Kohlensäure geschwängerte Wasser, in dem die mineralischen Be-standtheile des Bodens aufgenommen sind, und außerdem noch den Stickstoffin Form von Ammoniak der Pflanze zuführen.

Die einfache Wurzel kann entweder ganz oder getheilt lästig)seyn. Weitere Untcrabthcilnngen giebt es in Menge, sie ergeben sich alleaus der Länge des Wurzelstammcs, der Anzahl seiner Acste, ihrer Richtungu. s. w. Ferner werden sie je nach den Dimensionsverschiedenheitcn desWnrzelstammes ästige, kugelige, rübcnförmigc, faserige, walzen- und spin-delförmige u. s. w. Wurzeln genannt. Knollig heißen sie, wenn derWnrzelstamm oder die Aeste an einzelnen Stellen mehr oder weniger ver-dickt sind. Je nach der Richtung, welche die Wurzel im Laufe des Wachs-thums einschlägt, erhält man senkrechte, wagrcchte und schiefe Wurzeln.

Bei vielen Gewächsen zeigen sich an den Wurzeln Knollen undZwiebeln. Diese sind jedoch nicht als Wurzeln zu betrachten, sondernbilden eigenthümliche Pflanzcntheile, welche in ihrem Innern oder an ihrerOberfläche Keime enthalten. Die Knollen, z. B. unsere Kartoffel, sindeine Anschwellung des unterirdischen, insgemein Wurzel genannten Sten-gels, die in der Regel mehrere Keime, die Augen der Kartoffel, trägt, ausdenen sich neue Pflanzen entwickeln können. Die Zwiebel dagegen ist einverkürzter unterirdischer Stock, dessen Bedeckung aus Mattscheiben oderfreien oder unter sich verwachsenen Blattschuppen, in deren Mitte der Keimeingeschlossen, gebildet ist.. Zwiebel und Knollen enthalten oft Nahrungs-stosse oder wirksame Säfte, weßhalb sie vielfache Anwendung als Nahrungs-oder Arzneimittel finden.

Je nach dem Alter, welches die Wurzeln erlangen, theilt man diePflanzen in zwei Classen und zwar1s in einmal blühende,a> im ersten Sommer,b) im zweiten Sommer,und

2) in öfter blühende oder perennirende.

b) Der Stengel oder Stamm ist streng genommen derjenige Theil,welcher sich aus dem Stengeltheil des Keimlings entwickelt, er ist, im Gegen-satz zur Wurzel, welche die Erde sucht, dem Lichte zugewendet und unter-scheidet sich durch die Art seines Wachsthums physiologisch vom Blatte undzwar dadurch, daß, während das Blatt von der Basis aus, jedes Stengel-