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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
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15
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Die Pflanzenkörper.

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Der Holzring vder das Holz umgiebt ringförmig das Mark. Beiperennirenden Pflanzen besteht es in der gemäßigten Zone ans concentri-schen Ringen, den s. g. Jahresringen, nach welchen sich das Alter derPflanze bestimmen läßt. Das ältere Holz, dessen Zellen nickt mehr Säftefübren, nennt man Kernholz, im Gegensatz vom Splint, d. h. demjungen Holz, dessen Zellen noch nicht vollständig verdickt sind; natürlichliegt das Kernholz immer zunächst dem Mark, der Splint immer zunächstder Rinde.

Auf den Splint folgt der für das Leben der Pflanze wichtigste Theil,die Bildungsschicht oder das Kambium, ein aus sehr zarten, von Saftstrotzenden Zellen bestehendes Gewebe, welches, wie schon erwähnt, nachinnen Holz, nach außen Rinde bildet. Im Herbst, wo in den gemäßigtenkälteren Zonen das Wachsthum unterbrochen wird, füllt sich das Kambiummit Stärkemehl und andern zur Bildung neuer Zellen nöthigen Stoffen;mit dem Eintritt des Frühlings werden die letztem in Zellsaft gelöst undein regeres Leben der Pflanze beginnt.

Die äußerste, meist vertrocknete und geborstene, aus Zellgeweben, Bastund häufig auch aus Korkgeweben, d. h. aus dünnwandigen, tafelförmigenZellen, bestehende Hülle des Baums, die Rinde, dient zum Schutze des-selben. Ihre äußern Schichten werden bei einzelnen Pflanzen abgeworfen,sie selbst darf indeß bis zum Kambium der Pflanze nicht abgenommen wer-den, ohne deren Tod herbeizuführen.

Die Mark strahlen sind Zellgewebspartieen, welche das Mark mitdem Kambium verbinden und strablig den Holzkörper durchziehen; je nachihrer Ausdehnung werden sie große oder kleine Markstrahlen, bei den Tisch-lern Spiegelfasern genannt.

e) Das Blatt ist ein aus dem Stengel hervortretendes Auge derPflanze, welches nickt wie der Stengel an seiner Spitze, sondern an seinerBasis fortwächst. Des Blattes Spitze ist immer sein ältester Theil, dieBasis desselben der jüngste. Das Blatt besteht aus einer Oberhaut, ausZellgewebe, in dem meistens viel Blättergrün abgelagert ist, und aus Ge-fäßbündcln; die letztem bilden die Nippen des Blattes, die wiederum inHauptrippen und Nebenrippen oder Nerven zerfallen. Es ist das Ath-mungswerkzeug der Pflanzen, saugt kohlensaures Gas ein, scheidet im Son-nenlichte einen Theil des Sauerstoffes und im Finstern haucht es Kohlen-säure aus. Die wesentlichsten Theile des Blattes sind die Blattscheibe undder Blattstiel; der letztere fehlt bisweilen und dann heißt das Blatt sitzend.