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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
Entstehung
Seite
16
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Einleitung.

1V

Anlangend die Stellung der Blätter, sv ist diese sehr verschiedenartig,sie stellen entweder vereinzelt am Stamm vder es kommen niedrere auseinem Punkte bervvr und sind im erstem Fall entweder entgegengesetztvder abwechselnd. Bei Pflanzen, welche sich, wie die Mehrzahl der Ge-wächse, frei in die Lust erheben, ist ferner die Lage der Blätter zu berück-sichtigen und man erhält in Betreff dieser: Wurzelblätter, welche kurzüber der Wurzel entspringen, und Stengel- und Astblättcr; auch un-terscheidet man bei den wahren Blättern:

1» Keimblätter vder Samenlappen, die ersten schvn vvm Kcim-ling vorhandenen, meistens fleischigen Blätter, welche dem sich entwickelndenKeime, bis seine Wurzel znr Ernährung der jungen Pflanze tauglich ist,Nahrung verleihen und die meistens später abfallen; ihre Zahl, ob einsoder mehrere, bestimmen die beiden großen Abtheilungen der phanerogamenPflanzen;

2> Neben- oder Afterblätter, welche am Anheftnngspnnkte derwahren Blätter sitzen und von diesen in Form verschieden sind;

3) Deckblätter, die sich von den eigentlichen Blättern blos dadurchunterscheiden, daß in ihrer Achsel eine Blume auftritt;

4» Hüllblätter, quirlförmig in mehrfacher Anzahl um den Blumen-stiel sitzende Deckblätter.

Der Gestalt nach zeigen die Blätter die größten Verschiedenheiten,welche sowohl von der Anordnung der Gefäßbündcl, als auch von ihrerrelativen Länge und Richtung abhängig sind; die Blattform kann seyn:linienformig, kreisförmig, oval, elliptisch, länglich, lanzettförmig, eiförmig,verkehrt-eiförmig, spatelförmig, verkehrt-herzförmig, halbmondförmig, spieß-förmig, nicrenförmig, gelappt, gespalten u. s. w. Der Rand derselben istentweder ganz, d. h. durch eine ununterbrochene Linie begrenzt, oder, wenndies nicht der Fall ist, gewimpert, gesägt, gezähnt, ausgcbisscn u. s. w.Nach einer gewissen Zeit sterben die Blätter und fallen ab, werden aber,wie bei uns, periodisch vder, wie in den heißen Zonen, fortwährend durchneue ersetzt. Beim Abfallen trennen sie sich da vom Stamme, wo derBlattstiel in denselben übergeht, und als Ursache dieses Abstcrbens kannmöglicherweise die niedere Temperatur angesehen werden, welche überhauptden Begetationsprozeß der ganzen Pflanze hemmt; das Blatt wird nichtmehr vom Stamm aus ernährt, in Folge dessen verändert sich seine Farbe,es schrumpft zusammen und fällt ab.

Die Fortpflanzungsorgane haben, wie schvn oben erwähnt, den