I. Gruppe. Zische.
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Küsten, um ihre Eier zwischen Steinen abzusehen, wobei sie häufig gefan-gen werden. Da ste sich hauptsächlich von Heringen, Dintenschnecken, Kreb-sen und Seestcrnen nähren, so dienen diese Thiere auch zum Köder und inErmangelung derselben werden auch Muschelstücken, Glasperlen, rothe Tuch-lappen oder bleierne Fischchen an die Angelruthe gehängt. Ein mit gutemKöder versehenes Boot kann in einem Tage 4— 600 Stück und in 2—3Wochen eine Ladung von 5 — 6000 Stück fangen. In Nordamerika hältman immer mehrere Boote zum Fang des frischen Köders bereit; in neue-rer Zeit hat man nun auch Netze zum Fang eingeführt, wodurch freilichauch viel Junge weggcfangen werden und das Laichen gestört wird. Derhauptsächlichste Fang des Stockfisches ist an den Küsten der den Engländerngehörigen Insel Ncwfvundland, von welchem die ganze Bevölkerung dieserInsel abhängig ist. Die Fischereien von Newfoundland sind von Alters herberühmt und haben bis auf heute nichts von ihrer Bedeutung verloren.Die berühmteste Fischerbank ist die s. g. große Bank von Newfoundlandauf der Ostseite der Insel, welche 660 engl. Meilen lang, an einigen Stel-len 200 engl. Meilen breit ist und zwischen 25 und 95 Faden Wasser übersich hat. Außerdem giebt es noch eine äußere Bank, welche zwischen 40 -11^ und 47° 3E nördl. Br. und 44° 15^ und 45° 15^ westl. L. liegt,und eine südwärts gegen Newschottland sich ausdehnende Reihe Bänke, überwelchen ein fast beständiger Nebel herrscht, der durch das Zusammentreffender warmen Wasser des Golfstromes mit den von den Pvlargegenden her-beigeführten kalten Strömungen verursacht wird. Das häufige Vorkommenvon Eisbergen, welche durch eine Strömung der Küste von Labrador ent-lang hierher geführt werden, macht in diesen Nebeln die Schifffahrt sehrgefährlich. Die besten Fischrcviere liegen zwischen den Parallelen von 42und 46 °, weßhalb auch die Hauptniederlassungen im südöstlichen Theile derInsel concentrirt find. Den Franzosen sind zwei kleine Inseln auf derSüdküste, St. Pierre und Miquelon, abgetreten, worauf sie ihre Fische sal-zen und trocknen können. Die Nvrdamerikaner aus den Vereinigten Staa-ten haben seit 1818 die Erlaubniß, am Lande einsalzen und trocknen zudürfen. Während der Zeit des Kabcljaufanges, der Anfangs Juni beginnt,sind die Bänke mit Fischerfahrzcugen bedeckt, jetzt jedoch größtentheils nurmit amerikanischen und französischen, indem der früher sehr bedeutende An-theil der Briten an der Fischerei auf den Bänken neuerdings sehr abgenom-men hat und sich jetzt meistens auf den Fang an den Küsten beschränkt. Derganze jährliche Ertrag dieser Fischereien ist nicht genau anzugeben. Im