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Lehrbuch der Colonial- und Spezerei-Waarenkunde / von Dr. S.A. Schwarzkopf
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751
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III. Gruppe. Insekten. .

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Oajaca beginnt dieselbe im Januar oder Anfangs Februar und besteht ausder Brüt der Aussaat, welche man von dem Nopal abnimmt, nachdem sieihre Eier zur Hälfte gelegt haben. Man nennt die so erhaltene CochenilleZacatilla. Die aus den Eiern dieser Cochenille gewonnenen Insektenwerden im April oder Mai wieder eingeerntet und erhalten den NamenGrana. Diese gelangen nicht zum Eierlegen und es werden nur so vielean den Pflanzen gelassen, als nöthig sind, die erste Aussaat des folgendenJahres zu liefern. In den Gegenden, wo es zwei Ernten giebt, muß dieAussaat schon im August geschehen, während da, wo man nur auf eineErnte rechnet, sie erst im Oktober bis December geschehen darf und dasEinernten dann erst im Mai bis August geschieht. Das Einsammeln derInsekten geschieht wöchentlich zwei- bis dreimal mit einem Messer oder zu-geschnittenen Stück Bambusrohr, womit man die Thierchen von den Pflan-zen in ein untergehaltenes Becken abstreicht. Das Tödten derselben ge-schieht entweder mit kochendem Wasser oder, was in neuerer Zeit häufigerist, in einem heißen Ofen oder auch in der Sonnenhitze. Auf diese Weiseerhält man folgende verschiedene Sorten: die in heißen Oefen gedörrtenerhalten eine aschgrauliche Farbe und werden Crsns jaspoaäa genannt; diedurch heißes Wasser getöbteten und langsam in der Sonne getrockneten aberheißen Orsns re§enerits, durch Ucbergießen mit heißem Wasser wird einTheil ihres Farbestoffes ausgezogen, welcher sich theilweise äußerlich an dieCochenille anhängt und ihr eine röthliche Farbe giebt; die dritte Sorte end-lich wird auf eisernen Platten über Kohlenfeuer getödtct, wodurch der graueStaub, welcher sie bedeckt, zum Schmelzen gebracht wird und die Cochenilleein schwärzliches Ansehen erhält, woher sie den Namen 6rsna nogra erhal-ten hat. Um bei letzterer das allzu schnelle Rösten zu verhüten, benetztman sie während desselben von Zeit zu Zeit mit etwas Wasser, wodurchsich der Farbcstoff mehr erhält. Die beste Art des Tödtens ist aber die,daß man das Thierchen der Sonne aussetzt; die Hitze tödtet es sogleich undgiebt ihm eine silbergraue Farbe. Durch das Trocknen auf eine der obigenArten entweicht die im Körper enthaltene wässerige Feuchtigkeit und dasThier schrumpft zusammen, so daß seine Gestalt kaum noch zu unterschei-den ist. Man hat berechnet, daß 70,000 solcher Thierchen erst ein Pfundwiegen, und vergleicht man das sich auf oirva 800,000 Pfund belaufendeQuantum der jährlich allein nach Europa ausgeführten Cochenille mit obi-ger Angabe, so läßt sich leicht ihre in's Ungeheuere gehende Fortpflanzungerklären. Die einzelnen