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III. Abtheilung. Das Mineralreich.
Vitriole.
Mit diesem Namen bezeichnet man alle aus Schwefelsäure und einemMetallorvd gebildeten Salze, wovon wir im Handel besonders drei haben,den Eisenvitriol, wenn Eisen, den Kupfervitriol, wenn Kupfer,den Zinkvitriol, wenn Zink die Grundlage bildet.
Eisen Vitriol,
grüner Vitriol, Kupferwasser, Kupferroth, engl. 6roon k!op-perss or vitriol ok irun, franz. Vitriol vorck, Vitriol cko kor. Lonporosvvorto, ital. Vitriol« cki Karts, Ooxxsrosa veräo, holl. 6rvvnv Vitriool,Vuervitriool, Koporrvster, lat. Vitriolum viricko sou Ksrtis, das aus 31Theilen Schwefelsäure, 27 Theilen Eisenoxyd»! und 42 Theilen Wasser be-stehende, vielfach in den Handel kommende Metallsalz.
Vorkommen, Gewinnung. Der Eisenvitriol kommt theils na-türlich als neueres Erzeugniß der Natur und aus zerstörtem Eisenkies ent-standen vor, krystallifirt als solcher in schiefen rhombischen Säulen mit abge-stumpften Ecken und Seitenkanten, kommt tropfstein - und nierenförmig, alsUcberzug und derb vor und findet sich in Höhlen, Kohlengruben, alten berg-männischen Bauen am Harz, im Erzgebirge u. s. w. Da er aber im na-türlichen Zustande nur selten vorkommt, so wird er in s. g. Vitriolhüttenkünstlich aus Schwefelkies, Wasserkies, schwefelkieshaltigen Schiefern, Alaun-erde, Alaunschwefcl und Magnetkies gewonnen. — Den meisten Vitriolgewinnt man aus Schwefelkiesen (einfachem oder doppeltem Schwefel-eisen», die man verwittern läßt und, nachdem sie sich vitriolisirt haben, aus-laugt. Bevor man sie dem Verwittern aussetzt, werden sie gewöhnlich erstgeröstet, was entweder geschieht, wenn man die Schwefelkiese zerkleinertund in einem Schwefeltrcibvfen der Destillation in verschlossenem Raumeunterwirft, wobei die Schwefelbrände zurückbleiben, oder daß man sieauf Haufen röstet, wobei schwefeligcs Gas entweicht und ein Rückstandschwefelsaures Eiscnorydul mit wenigem geschwefeltem Eisen verbleibt, dassich dann an der Luft zu. Vitriol orydirt. Die Verwitterung der ge-rösteten Kiese wird vorgenommen, indem man sie auf Halden oder aufHaufen stürzt und diese durch ausgepumptes Wasser feucht erhält, wo dannunter Wärmeerzeugung die Zersetzung des Kieses erfolgt, indem sich derSlbwefcl und das Eisen dadurcb orydireu, daß sie aus Luft und Wasser,