IX. Gruppe. Salze.
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welches sie zersetzen, Sauerstoff aufnehmen und sich zu Vitriol verbinden,der sich durch Auswittern zu erkennen giebt. Auf der wasserdichten Sohledes Haufens sammelt sich die Flüssigkeit an und fließt von da nach einembenachbarten Sumpfe, um, wenn sie hinreichend mit Vitriol gesättigt ist,versotten oder, wenn sie noch zu schwach ist, zurückgepumpt zu werden.Hierauf bringt man die Erzlauge in Läutcrkästen, damit sich darin dirschlammigen Theile absetzen und das Kupfer abscheidet; ist dies geschehen,so wird die klare Lauge auf bleierne Pfanne» abgezogen, gahr gesottenund endlich nach mehrmaliger Läuterung in die Wachs - oder Krystallisirge-säße gebracht, in welchen der Vitriol in Form von Trauben und Tafelnanschießt. Diese Gefäße sind von Holz und, um das Anschießen der Kry-stalle zu befördern und sie besser zu vertheilen, mit eingespannten Stäbenoder Strohhalmen versehen. Die übrigbleibende Mutterlauge kann entwe-der ein zweites Mal mit eingedampft werden oder man stellt unmittelbardas englische Noth daraus her, wenn man sie nicht auf unreinen Vi-triol zur Gewinnung von rauchender Schwefelsäure verarbeitet. — Auchden Vitriol- oder Strahlkies benutzt man häufig zur Gewinnung vonVitriol; es enthält derselbe neben dem zweifachen noch einfaches Schwefel-eisen beigemengt und verwittert daher von selbst an der Luft, weßhalb ernicht geröstet zu werden braucht, sondern sogleich auf Halden gebracht, dieLauge durch Uebcrgießcn desselben mit Wasser gesammelt und aus dieselbeWeise, wie oben angegeben, versotten wird. — Durch Auflösen von Eisenin verdünnter Schwefelsäure erhält man den Eisenvitriol ebenfalls und zwarin reiner Gestalt.
Der reine Eisenvitriol bildet blaßgrünc, durchsichtige, wohl ausge-bildete Krystalle, welche 7 Aequiv. Wasser enthalten, geruchlos sind, säuerlichzusammenziehend schmecken, an der Luft sich theils orydiren, theils mit Ver-lust ihres Krystallwassers nach und nach verwittern, in welch letzterem Fallesie sich mit einem gelben Pulver überziehen, in das sie zuletzt ganz zer-fallen. Im Feuer verlieren sie ebenfalls ihr Krystallwafscr und verändernsich in eine weiße oder wcißgraue Masse, bei fortgesetzter größerer Hitzelassen sie aber auch die Schwefelsäure fahren und stellen anfänglich ein gel-bes, sodann aber ein rothes Pulver dar, welches unter dem Namen Eol-cothar und mit Wasser ausgesüßt, geschlämmt und getrocknet als eng-lisches Noth oder Braun roth in den Handel kommt. Eisenvitriol löstsich in 1,13 Theilen Wasser von 50 «, in 0,27 Theilen Wasser von 90 ",nickt aber in Alkobol auf; sein specifisches Gewicht ist — 1,834. Der im