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111. Abtheilung. Das Mineralreich.
Kohlensaure Salze.
Pottasche,
Potasche, Aschcnsalz, cngl. I'otk»8l>o8, franz. pntssss, ital. ?ots88a,boll. I'otk»8»:Ii, ein vegetabilisches Langensalz, welches aus der Asche ver-schiedener Hölzer durch Auslaugen gewonnen wird.
Gewinnung. Während ihres Lcbcnsprvcesses nehmen die Pflan-zen bekanntlich eine Menge unorganischer Theile, als: Kali, Natron,Kalk, Magnesia, Eiseuorvd u. s. w. auf, die im Organismus der Pflan-zen an organische Säuren gebunden sind. Werden nun diese Pflanzen, na-mentlich saftreiche und im Allgemeinen mehr krautartige, eingeäschert, soverflüchtigen sich die organischen Säuren und die Basen, weiche an diesegebunden waren, finden sich nun in der Asche an Kohlensäure, Schwe-felsäure, Phosphorsäure und Chlor gebunden. Wie wir schon andeuteten,giebt nicht jede Holzart gleich viel Asche, sowie auch letztere nicht einegleiche Menge Salz liefert; je saftrcichcr aber eine Pflanze ist, desto mehrPottasche liefert sie. Das meiste Salz erhält man aus der Asche der Bir-ken, Roth - und Hainbuchen, Weiden, Cllern, Eschen, Ahornbäume undRüstern; von den krautartigen Pflanzen sind es Maisstengel, Farrenkraut,Wermuth, Taback, Mohn, Wcintrebcrn ». s. w., welche viel Pottasche ge-ben. — Um die Pottasche aus deu Aschen darzustellen, müssen diese inbesonders dazu eingerichtete Bottiche mit durchlöcherten Böden oder in s. g.Aescher gebracht, mit kaltem Wasser begossen, daraus mit heißem Wasseroder warmer Lauge ausgelangt werden. Ist die Lauge stark genug, daß sieversottcn werden kann, so geschieht dieß in flachen kupfernen Pfannen, zu-erst bei mäßigem, zuletzt bei verstärktem Feuer; während des Verdampfens undKrystallisirens rübrt man die Masse fleißig um, damit die Krystalle nicht an derPfanne anbaften, löscht endlich das Feuer, zieht nach dem Erkalten die Mutter-lauge ab und erhält nun die rohe Pottasche, Pottaschenfluß, engl.kjli>oli-8glt, franz. 8slin, welche noch mehrere brenzlichc Stoffe und Wasserenthält, die durch Glühe» entfernt werden müssen. Zu diesem Zweck bringtman sie in Flammöfen; bei gleichmäßigem Feuer und unter Umrühren, umdas Klümpern und Verglasen der Masse zu verhindern, werben ihr jeneBestandtbeile entzogen und wenn dieß geschehen und die Masse erkaltet ist,wird dieselbe, ebe sie wieder Feuchtigkeit aus der Lust anziebt, verpackt.Sie wird eingetheilt in Waid- oder Wcedasckic von dunkelbrauner Farbe,