IX. Gruppe. Salze.
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Wasser der Natron- oder Sodaseeen, in welchem Zustand es aber mitGlauber- und Kochsalz verunreinigt ist. Reiner ist nach Blumenbachdie unter dem Namen Trona in der nordafrikanischen Provinz Sukenavorkommende, sowie die in Südamerika in der Nähe von Columbia vonden Indianern aus den Seeen gesammelte Urao, welch letztere 41 Z koh-lensaures Natron enthält. Aehnliche natürliche Soda findet man in Ungarnam palicscr See und am eeseder Sumpfe, welche aus der Erde auswittert,zusammengekehrt und in den Sodafiedcreicn gereinigt wird. Das ungarischeSodasalz oder Zick enthält 30 — 35 Z kohlensaures Natron. — An denKüsten des atlantischen und mittelländischen Meeres gewinnt man seit lan-ger Zeit die Soda dadurch, daß man mehrere Fucusarten, welche ganzeFlächen der Küste bedecken, sammelt, sie verbrennt und einäschert. Dießist vorzüglich in Spanien, Frankreich, Schottland, Sicilien und dem nörd-lichen Afrika der Fall. Da aber der Verbrauch dieses Salzes in der neue-ren Zeit so außerordentlich zugenommen hat und die Produktion der bisjetzt angegebenen Arten nicht mehr hinreichte, um den Verbrauch zu decken,kam der Franzose Leblanc darauf, sie künstlich aus Kochsalz zu gewinnen.Das Verfahren dabei ist im Wesentlichen folgendes: Man mischt Kochsalz mitSchwefelsäure, wobei sich schwefelsaures Natron oder Glaubersalz und Salz-säure bildet, welch letztere durch Glühen entfernt wird. Das Glaubersalzwird dann mit Kohle und Kalk innig vermischt und in einem Flammofengeschmolzen, wodurch ein Gemenge von kohlensaurem Natron und Schwefel-calcium, die rohe Soda, entsteht. Aus dieser Masse, welche das Anseheneiner Schlacke hat, wird dann das kohlensaure Natron aufgelöst, währenddas Schwefelcalcium, als im Wasser unlöslich, zurückbleibt. Aus der Auf-lösung wird dann durch Abdampfen das kohlensaure Natron krystallinischgewonnen. Die auf diese Weise erhaltene Soda ist die reinste und besteund wird, da sie die natürliche Soda fast ganz verdrängt hat und in gro-ßen Massen gewonnen werden kann, fast durchgängig nur allein angewen-det. Die im Handel mehr oder weniger vorkommenden
Sorten sind:
1) Alicantischc oder spanische Soda oder Barilla, wird be-sonders bei Alicante und Malaga durch Verbrennen und Einäschern derBarilla (8sl8ols sotivs) und der Sodapflanze (8k>Isc>ls soäs) gewonnen.Sie ist bläulichgrau, porös, trocken und enthält bis 24 K kohlensaures Natron,schwefelsaures Natron, Chlornatrium, Kalk u. s. w. Man verpackt diehalbrohe Asche, zu Klumpen geballt, in Fässer. Es ist eine der besseren
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