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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Cupriun sulpliuricum purum.

Dunkelblaue, durchsichtige, an der Luft endlich zerfallendeKrystalle, in vier Theilen kalten und zwei Theilen lieissen Wasserslöslich, in höchst rectificirtem Weingeist unlöslich.

Sie sollen von schwefelsaurem Eisen und Zinke frei sein.

Das Rohmaterial zur Darstellung des reinen Kupfervitriols ist metallischesKupfer. Die Pharmacopoe nennt Ramenta C'upri, d. h. Kupferschahsei, Kupler-feilicht von rädere, schaben. Kupferfeilicht wird aber sehr wenig gewonnenund immer sehr unrein, denn Kupfer ist ein so zähes Metall, dass die Kupfer-arbeiter mechanische Arbeiten damit möglichst vermeiden. Dies wird dadurchbegünstigt, dass reines Kupfer sich rothglühend schmieden lässt, was mit Mes-sing nicht der Fall ist. Das Kupfer lässt sich auch sehr schwierig drehen. Allesaus Werkstätten erhaltene Feilicht und alle Drehspäne sind immer sehr unreinund mit Messing und Eisen vermengt. Das einzige wohlfeile und reine Materialzu Kupferpräparaten sind die Kupferblechabschnitzel von den Kupferarbeitern.Sie sind gross genug, um sie auszulosen. Sollten diese Stücke unrein sein, mitZinnloth oder sonst wie verunreinigt, so beschmiert man sie mit Lehm, der mitSalzwasser zum Brei angerührt ist, an, bringt sie zum Rothglühen und wirftsie in diesem Zustande in kaltes Wasser. Alles springt dadurch ab und dieKupferbleche erscheinen ganz rein und hellroth von Farbe.

Die Kupferbleche sollen nun in rectificirter Schwefelsäure aufgelöst werden.Dies ist offenbare Verschwendung, da die gemeine concentrirte Schwefelsäurezu diesem Zwecke rein genug ist und wenigstens nichts enthält, was nicht durchKrystallisation mit der grössten Leichtigkeit entfernt werden kann.

Das metallische Kupfer wird von concentrirter oder wenig verdünnterSchwefelsäure, unter Zerstörung der Schwefelsäure, oxydirt. Die Schwefelsäure(80g) giebt 1 Atom Sauerstoff an das Kupfer und entweicht als schwefligsauresGas (SO s ). Um 1 Atom Kupfer (32) aufzulösen, muss man also zwei AlomeSchwefelsäurehydrat (2.49 = 98) anwenden. Von diesen 2 Atomen wird eineszerstört, das andere bleibt unzersetzt im Kupfervitriol zurück. Die Schwefel-säure beträgt demnach das dreifache vorn Gewichte des Kupfers, ganz ent-sprechend dem in der Pharmacopoe angegebenen Verhältnisse.

Der Zusatz von % Wasser zur Schwefelsäure wird aus dem Grunde ge-macht, damit die Masse uin so später fest wird. Bei der Auflösung von Kupferm Schwefelsäure bemerkt man aber immer, dass ein schwarzes Pulver entsteht,welches nach Auflösen des gebildeten Salzes zurückbleibt. Dieser Körper istSchwefelkupfer. Durch Glühen an der Luft vor dem Löthrohre entwickelt erschweflige Säure, in warmer Salpetersäure löst er sich unter Bildung von schwe-felsaurem Kupferoxyd. Das Schwefelkupfer entsteht durch eine secundäre Ein-wirkung zwischen der schwefligen Säure und dem metallischen Kupfer. ZweiAtome Kupfer und zwei Atome schweflige Säure zerfallen in ein Atom schwe-felsaures Kupferoxyd und ein Atom Schwefelkupfer (2 Cu -f- 2 S 0 2 = Cu O -f-SO und CuS). Auch bei gewöhnlicher Temperatur und bei abgehaltener Lufterzeugt Schwefelsäure langsam schwefelsaures Kupferoxyd unter gleichzeitigerBildung von Schwefelkupfer. Um diese Bildung von Schwefelkupfer zu ver-meiden, hat man der Schwefelsäure auch Salpetersäure zugesetzt und 3 Atomefupfer, 3 Atome Vitriolöl, 1 Atom Salpetersäure und Wasser aufeinander wir-en gelassen. Wenn man 32 Kupfer, 49 Vitriolöl, 450 Wasser und 55,7 Sal-petersäure von 1,20 specif. Gewicht oder 40,6 Thle. von 1,35 specif. Gewichtan einen warmen Ort stellt, bis sich das meiste Kupfer gelost hat, dann einigee >t nn Kochen erhält, filtrirt. und erkaltet, gewinnt man 120 bis 120 Thle.