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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Cuprum sulphuricum purum.

krystallisirten Kupfervitriol frei von Salpetersäure. Um sowohl den Verlustder Schwefelsäure als der Salpetersäure zu umgehen, hat Berard die Oxydi-rung des Kupfers auf Kosten des atmosphärischen Sauerstoffs versucht und mitErfolg in Anwendung gebracht. Kupferspäne mit Schwefelsäure befeuchtet, oxy-diren sich so rasch in der Luft, dass man diese Körper als eudiometrische Mit-tel anwendet , um den Gehalt an Sauerstoff zu bestimmen. Nach diesem Ver-fahren werden Bleikästen locker mit Kupferspänen und Platten und dann mitverdünnter Schwefelsäure angefüllt. Man kann dazu die Sauerwasser aus denBleikammern unmittelbar gebrauchen. Nachdem die Säure zwei Stunden aufden Spänen gestanden hat, um allen von der vorhergehenden Operation her-rührenden Vitriol zu lösen, lässt man die Flüssigkeit in den folgenden Blei-kübel laufen und überlässt die feuchten Späne zwölf Stunden lang der Einwir-kung der Luft. In dieser Art giesst man die Flüssigkeit der Reihe nach infünf bis sechs solcher Bleikästen, und dann wieder mit dem ersten anfangend,bis sie so viel Kupfervitriol gelöst hat, dass man durch Verdampfen und Kry-stallisiren denselben gewinnen kann. Die sehr saure Mutterlauge setzt man ei-nigemal der neuen Säure zu, muss sie aber zuletzt einmal durch Austrocknn,schwaches Glühen und Uinkrystallisiren gänzlich aufarbeiten.

Ich habe die Berardsehe Methode in der Art ausgeführt, dass ich zweigleich grosse steinerne Töpfe mit Kupferspänen und nur den einen mit derverdünnten Schwefelsäure füllte. Beide Töpfe standen an einem warmen Platzim Trockenschranke. Von Zeit zu Zeit wurde die Flüssigkeit aus dem einenTopfe in den andern gegossen, und dann wieder alles stehen gelassen. Feuch-tigkeit, Wärme und benetzende Säure zerfressen die Kupferbleche sehr baldund reichliche Mengen von Kupfervitriolkrystallen bildeten sich an allen Stellen,und auf dem Boden in dichten Krusten. Die Handarbeit war sehr gering, undgeschah gelegentlich, wenn man zu anderen Zwecken ohnehin an die Stelle kam.Nachdem sich die Säure concentrirt hatte, wurde alles in die Kälte gestellt, umherauskrystallisiren zu lassen, dann abgegossen. Die Krystalle wurden mit rei-nem heissen Wasser gelöst, filtrirt und krystallisirt. Die abgegossene Flüssig-keit mit Wasser und Schwefelsäure versetzt wieder auf die Späne gegeben.Nach kurzer Zeit waren diese fast ganz aufgezehrt und damit die Arbeit einge-stellt, nachdem 6 Pfund ganz reiner Kupfervitriol gewonnen waren. Die An-wendbarkeit der Methode auch im Kleinen ist dadurch genügend dafgethan.

Ein sehr reiner Kupfervitriol wird auch bei der Silberscheidung durchSchwefelsäure gewonnen und in den Handel gebracht. Aus dem in Schwefel-säure gelösten kupferhaltigen Silber wird durch metallisches Kupfer das Silbermetallisch niedergeschlagen, indem sich das Kupfer an seiner Stelle auslöst.

Endlich kann man auch aus dein käuflichen Kupfervitriol, wenn er nur mitEisen verunreinigt ist, ein reines Salz darstellen. Man reibt den Vitriol zueinem gröblichen Pulver, befeuchtet dies mit rauchender gemeiner Salpetersäureund erhitzt es in einem Tiegel zur schwachen Rothglühhitze. Durch Wieder-auflösen in heissem Wasser, Filtriren und Krystallisiren erhält man das Salz rein.

Die gewöhnlichste Verunreinigung ist die mit schwefelsaurem Eisenoxydul.Sie kann zwar im selbstbereiteten nicht leicht vorkommen, muss aber doch indem für rein ausgegebenen Salze nachgesucht werden. Man kocht eine kleineMenge des zu prüfenden Salzes in einem Glaskölbchen mit etwas reiner Sal-petersäure, fällt alles mit Ammoniak und setzt einen Ueberschuss desselben zu,wodurch sich das Kupferoxyd wieder löst, das Eisenoxyd aber ausgeschiedenbleibt. Man erkennt erst seine Farbe, wenn man die Flüssigkeit abfiltrirt. An-dere Verunreinigungen, wie mit Zink-, Mangan-, Kobaltvitriol sind seltener.Aus einer sauren Lösung der Salze wird durch Schwefelwasserstoffgas allesKupfer gefällt, aber keines der genannten Metalle, die man nur einzeln durch