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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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318
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318 Emplastrum Cerussae.

Stoffe bis zum fünfzehnfachen Betrag der Canthariden hat diesem Zwecke nichtentsprochen, und man musste deshalb zu einem alten Mittel seine Zuflucht neh-men , die Verdünnung durch Beimischung harter und undurchdringlicher Stoffezu ersetzen. Dieser Stoff ist in dem alten Janinischen Pflaster in dem Mastixgesunden worden. Es ist nicht zu läugnen, dass die harte und spröde Massedieses Pflasters im Gebrauch eine grosse Unannehmlichkeit ist, theils für denApotheker, welcher Wärme zu Hülfe nehmen muss, um das Pflaster zu streichen,theils auch für den Patienten, weil es selbst nicht haftet, mit breiten Klebrän-dern befestigt und vorher erwärmt werden muss, um nicht beim ersten Auflegenauf gekrümmte Stellen zu zerbrechen. Das Ermitteln einer passenden Magistral-formel, die von diesen Fehlem frei wäre , könnte immer noch die Aufgabe einerneuen Pharmacopoe sein.

Die Bereitung dieses Pflasters bietet keine Schwierigkeiten dar. Man giessees in flachen Stücken auf Marmor oder Metallplatten aus, damit es leichter er-weicht werde. Zur Dispensation erwärme man das Pflaster in warmem Wasserzwischen 50G0° R. (62,575" C.) , knete es zwischen den Händen zu einerdünnen Platte aus, indem man es abwechselnd wieder in das warme Wassereintaucht, trockene die Platte schnell ab, schmelze sie über einer Spirituslampeauf einer Seite leicht an, und drücke sie alsdann auf das Leder oder Leinwand.Die Leinwand kann vorher ganz mit Klebpflaster sparadrapirt sein, wodurch dasPflaster um so besser darauf haftet und der Klebrand auch ohne weiteres durchblosses Abschneiden in einem grösseren Umfange erhalten wird. Auch kann man dasPflaster gepulvert auf das Leder legen, und mit einem darüber gehaltenen heissenPlätteisen zum Schmelzen bringen. Es giebt dies mit das schönste Pflaster.

Emplastrum Cerussae. Bleiweißpflaster.

Emplastrum. album coctum.

Nimm: Sehr fein gepulverte Bleiglätte ein Pfund,Olivenöl vier und ein halbes Pfund;koche sie unter beständigem Umrühren, unter allmähligem undvorsichtigem Eintröpfeln einer massigen Menge warmen Wassers,so dass die Feuchtigkeit niemals ausgehe. Nach der Lösung derBleiglätte füge hinzu

gepulvertes Blei weiss sieben Pfund;koche unter beständigem Umrühren, und wenn die Temperatur von125° C. (100° R.) erreicht wird, füge nach Bedürfniss warmesWasser hinzu, bis das Pflaster gebildet ist.

Es sei weiss, mit der Zeit gelb werdend, und das Bleiweiss darin gehöriguntergearbeitet.

Die Operation wird mit einer reinen Pflasterbildung, wie beim EmplastrumPlumbi Simplex , nur mit einer unzulänglichen Menge Bleiglätte eingeleitet. Dasdaraus entstandene Haibpflaster besteht zum Theil aus fertig gebildetem Pflastermit vollständiger Verwendung aller Bleiglätte, und zum Theil aus noch nichtverbundenem Oele. 1 Pl'd. Glätte verlangt nach dem gewöhnlichen Pflasterver-hältniss 1% Pfd. Oel. Darnach bleiben vor der Hand 2,7 Pfd. Oel unverbunden.Diese werden durch die 7 Pfd. Bleiweiss allmählig und vollends saponificirt. Daaber das nach der holländischen Methode bereitete Bleiweiss mit 3 Atome Blei-