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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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319
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Emplastrum foetidum. 319

oxyd, 2 Atome Kohlensäure und 1 Atom Wasser zusammengesetzt, also schonzum Theil gesättigt ist, so muss eine grössere Menge desselben, als von reinemund wasserleerem Oxyde nothwendig ist, angewendet werden. Das Gewicht desBleiweisses (7 Pfd.) betragt das 2,Gfache von der disponiblen Menge des Oeles2,7 Pfd., während von reinem Oxyde nur das l,3fache nöthig ist. Das kohlen-saure Bleioxyd findet sich noch in dem fertigen Pflaster. Betupft man eineStange gut bereitetes Bleiweisspflaster, selbst nach jahrelangem Aufbewahren,mit einem Tropfen reiner Salpetersäure, besonders auf frischem Bruche, so siehtman die Bläschen der Kohlensäure sogleich entstehen.

Die älteren Vorschriften zu diesem Pflaster enthalten keine Bleiglätte, son-dern sie lassen die Pflasterbildung durch blosses Bleiweiss vor sich gehen. Diesfindet aber alsdann viel langsamer Statt, und ohne irgend einen Vortheil für dasPflaster, sondern nur mit grösserem Verlust an Zeit und länger dauernder Ge-fahr de3 Anbrennens und Verderbens. Zur Pflasterbildung kann natürlich nur das*/ 3 kohlensaure Bleioxyd genommen werden, und nicht das neutrale Salz, welchesman durch Fällen von Bleizucker mit kohlensauren Alkalien, zuweilen als Neben-product anderer Arbeiten, erhält. Die Vorschrift mit dem Zusätze von Bleiglätteist in der 5. Auflage der Pharmacopoe zuerst erschienen, und zweckmässig inder G. beibehalten worden. Die vollständige Gahre des Bleiweisspflasters erkenntman an der Consistenz. Zu diesem Zwecke tröpfelt man einige Tropfen desheissen Pflasters vorn Spatel in kaltes Wasser, und knetet sie unter kaltemWasser. Sie müssen die Consistenz der Pflaster haben, nicht schmieren oderkleben, sondern vollkommen plastisch sein. Im fiebrigen siehe EmplastrumPlumbi Simplex.

Emplastrum foetidum. Stinkendes Pflaster.

Emplastrum resolvens.

Nimm: Gereinigtes Ammoniakgummi zwölf Unzen,gereinigte Asafoetida vier Unzen,gemeinen Terpenthin,

einfaches Bleipflaster, von jedem eine Unze.Man schmelze sie im Wasserbade und mache das Pflaster durchVermischen.

Es sei grünlich braun und zähe.

In diesem Pflaster walten die Harze bedeutend vor; die Zusätze sind blossvorhanden, um Pflasterconsistenz zu erzielen. Man schmelze erst den Terpen-thin in einem flachen Gefässe auf der grossen Oeffnung des Dampfapparates undsiebe die frisch gepulverten Harze hinein, indem man beständig umrührt. DasBleipflaster schmelze man besonders in einem kleinen Pfännchen und mische eszu. Auch kann man es in der geschmolzenen Masse im Dampfbade zergehenlassen und dann umrühren. Darauf wird ausgerollt. Das Empl. foetidum der 3.Auflage, welche viele deutsche Pharmacopoeen angenommen haben , erhielt seinePflasterconsistens durch spanische Seife und Oel. Die Vorschrift war: 12 Am-moniak, 4 Asafoetida, 2 Sapo hispanieus, 1 01. Olivar.