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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Emplastrum fuscum.

Emplastrum fuscum. Braunes Pflaster. Mutterpflaster.

Emplastrum nigrum. Emplastrum Noricum. Emplastrum Minii

adustum.

Nimm: Sehr fein gepulverte Mennige acht Unzen,Olivenöl secliszehn Unzen.

In einem passenden Kessel sollen sie unter beständigem Um-rühren gekocht werden, bis sie eine schwarzbraune Farbe angenom-men haben.

Dann füge hinzu

gelbes "Wachs vier Unzen,und nachdem es geschmolzen, und

zwei Drachmen Campher,

in etwas Olivenöl gelöst, beigemischt sind, so giesse in Papierkap-seln aus, und zerschneide das Pflaster nach dem Erkalten in klei-nere Stücke und bewahre es gut auf.

Es sei von brauner Farbe und stark nach Campher riechend.

Im Texte heisst es quas liquatas . . . effunde. Dieser Accusativ kann sichnur auf Uncias quatuor beziehen. Man kann aber keine vier Unzen schmelzen,sondern man kann Wachs schmelzen. Es sollen nicht allein die vier UnzenWachs, sondern auch das ganze Pflaster mit ausgegossen werden; also ist dasquas auf einen Theil bezogen, während es doch das Ganze umfassen sollte.Wenn man also die ganze Fügung beibehalten wollte, so musste es wenigstensquae omrüa liquata etc. effunde heissen.

Das Pflasterkochen geschieht in einem lebes idoneus. Darunter ist eine ku-pferne Pfanne, mit flachrundem oder kugelförmigem Boden und von grosser Ca-pacität zu verstehen, weil die Masse leicht aufsteigt. Sie muss Henkel zum be-quemen Abheben haben, und man muss Tücher in Bereitschaft halten, um dieseHenkel, die sehr heiss werden, jeder Zeit anfassen zu können.

Die Mennige wird mit dem Olivenöl ohne Wasserzusatz gemischt. Einigefügen etwas weniges Wasser zu, um die Pflasterbildung zu begünstigen, lassenaber dann das Wasser verkochen und das Anbrennen eintreten. Der Vorschlagist nicht unpassend. Man kommt auf beide Arten zum Ziele. Die Erhitzunggeschieht auf einem kleinen aber lebhaften Feuer. Die Mennige verliert baldihre rothe Farbe. Die Farbe des Ganzen geht aus roth durch gelblich, weiss,bräunlich in braun und schwarz über.

Die Masse geräth in ein leichtes Kochen, stösst rauchartige Dämpfe aus,welche die Luft blau machen und stark eigenthümlich riechen. Man fährt beigelindem Feuer fort die Masse zu brennen, bis sie eine sehr dunkle Farbe an-genommen hat. Diese Farbe ist ausserordentlich dem Ausbleichen unterworfen,und wenn man grosse Mengen Pflaster bereitet, muss man die letzten Beste ge-wöhnlich noch einmal nachbrennen, wobei natürlich der Campher verfliegt undersetzt werden muss. Man lässt deshalb zum ersten Brennen die Farbe etwasdunkler werden, als sie eigentlich sein miisste, um nicht frühe dieses Aufbrennennothwendig zu haben. Wenn die Masse die richtige Farbe und Consistenz an-genommen hat, was man durch einige herausgenommene Tropfen probirt, sohebt man den Kessel vorn Feuer, und wirft das Wachs hinein, was in der eige-