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Emplastrum Plumbi simplex.
Das Rollbrettchen ist ein sclimafes, etwa % Zoll dickes Stück Eichenholzmit zwei querdarüber gehenden Handgriffen, zum Anfassen und Regieren, ver-sehen. Seine Länge beträgt 14—15 und seine Breite 5 — 6 Zoll. Es ist vor-theilhast, deren zwei zu haben, eines von der halben, und ein anderes von derganzen Länge des Pflasterbrettes. Das kurze wird zuerst, das lange zuletztzur Vollendung der Rolle gebraucht. Eine schnelle letzte Bewegung nach hin-ten rollt den Pflastercylinder von dem Pflasterbrette auf das Abschussbrctt hin,ohne dass man ihn mit den Händen zu berühren hätte.
So lange die Pflasterrollen noch weich sind, liegen sie sich gewöhnlich eineFacette an. Man entfernt diese durch nochmaliges kurzes, aber kräftiges Aus-rollen. Nun lässt man die Pflastercylinder an einem kühlen Orte, im Sommerim Keller, ganz und gar erstarren, und schneidet sie in solche Längen ab, dasssie die Sehiebladen in der Apotheke ganz ausfüllen. Zwischen je zwei Lagenlegt man ein Stück Wachspapier. Alle diese Arbeiten soll man nicht nur mitGenauigkeit und Sauberkeit, sondern sogar mit einer gewissen Eleganz ausführen.Sie ist, wie das Gepräge auf einer Münze, die Gewährleistung für den innerenGehalt. Wer am Gehalte pfuscht, wird auf die Form nicht viel geben, und wereinen sichtbaren Fleiss der Form widmet, hat die Vermuthung für sich, aucham Inhalte nichts verkürzt zu haben.
Emplastrum Plumbi simplex. Einfaches Kleipflaster.
Emplastrum Litliargyri simplex. Emplattrum IJiuchylon simplex.
Diachylonpflaster.
Nimm: Auf’s feinste gepulverte Bleiglätte fünf Pfund,Olivenöl neun Pfund.
Koche bei massigem Feuer unter beständigem Umrühren mit einemSpatel, und indem dann und wann kleine Mengen gemeines war-mes Wasser eingetröpfelt werden, zur richtigen Pflasterconsistenz.
Es sei weisslich, zähe, nicht schmierig, ohne sichtbare Spuren ungelösterBleiglätte.
Dieses Pflaster wird für sich gar nicht gebraucht, dagegen ist es die Sub-stanz und Grundlage vieler anderen Pflaster. Bei seiner Bereitung haben wirdie praktische und theoretische Seite näher zu beleuchten.
Die Darstellung dieses Pflasters geschieht gleich gut auf zwei verschiedeneWeisen, nämlich auf freiem Feuer und im Dampfbade. Die ältere Methodeist jene auf freiem Feuer. Man nimmt sie in einem geräumigen kupfernenKessel mit kugelrundem Boden vor. Er muss bedeutend mehr fassen können,als sein Inhalt beträgt, weil die Masse sehr hoch steigen kann. Aus demselbenGrunde muss man Mittel haben, entweder das Feuer augenblicklich mit einemSchieber zu bedecken, oder den Kessel vorn Feuer entfernen zu können. Wennder Kessel nicht zu schwer ist, so ist der letzte Weg der einfachere, im anderenFalle muss man das Feuer so einrichten, dass man es in irgend einer Art, etwadurch Bedecken mit einer breiten Feuerschaufel, augenblicklich wirkungslos ma-chen kann. Ueberhaupt soll aber das Feuer nur eine kleine Fläche des Bodensund nicht die Seitenwände des Kessels bestreichen können, weil hier leicht An-