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Emplastrum I'luinbi simplex.
brennen und Färbung des Pflasters stattfindet. Man giebt zuerst die Ingre-dienzien der Pharmacopoe mit drei bis vier Unzen reinen Wassers in den Kesselund erhitzt bis zum anfangenden Kochen unter beständigem Umrühren. Es istzweckmässig, die käufliche gemahlene Glätte in das Oel hinein zu sieben, undetwa zurückbleibende Körnchen zu zerreiben und dann nachzuschütten. Ohnedieses setzt sich die Bleiglätte auf dem Boden fest und lässt sich nicht mehrvollständig vertheilen. Sobald das Kochen lebhaft zu werden beginnt, veranlasstman einen beständigen Ersatz des verdampfenden Wassers durch eine Tröpfel-vorrichtung, die mit einem Hahne regulirt wird. Man lässt die Tropfen lang-sam hintereinander fällen, je nach der Grösse des Kessels und der Stärke desFeuers mehr oder weniger rasch, doch niemals in einem zusammenhängenden Strahle-Man braucht davor keine Furcht zu haben, dass etwa zu viel Wasser in’s Pflasterkomme. Ich habe es sogar vortheilhaft gefunden, wenn das Pflaster ganz fer-tig war, noch einmal mit einem Zusätze von drei bis vier Pfund Wasser auf-zukochen und dann im Kessel langsam erkalten zu lassen. Das Wasser sinktvon selbst zu Boden und wäscht das Pflaster recht rein von Oelsüss. Da imzweifelhaften Falle der Mangel an Wasser viel grösseres Unheil anrichtet, einBeberfluss aber gar nichts schadet, so ist es am geratensten, den ersten Fallam sorgfältigsten zu vermeiden. Die Pflasterbildung geht um so rascher vorsich, je höher die Temperatur ist. Man steigert also das Kochen bis zu demPunkte, als es nicht die Gefahr des Ueberlaufens geradezu herbeiführt und alssich die Oberfläche des Pflastergemenges auf einer gleichen Höhe hält. Dierötliche Farbe des Gemenges, durch jene der unverbundenen Bleiglätte her-vorgebracht, verschwindet nach und nach und macht einer graugelblichen Platz,indem die Glätte allmählig in Verbindung tritt. Damit wird die Consistenzfester und ein rasches Niedersinken der unverbundenen Bleiglätte findet wenigerStatt. Herausgenommene, in Wasser abgekühlte Proben zeigen anfangs einesalbenähnliche Consistenz, welche immer fester wird, bis sie endlich diejenigeerhalten, welche einem fertigen Pflaster zukommt.
Bei der Temperatur des menschlichen Körpers muss ein gutes Pflaster pla-stisch sein, ohne zu schmieren. Es lässt sich biegen, ohne zu brechen, und abreis-sen, ohne Stücke hangen zu lassen. Ein Grund, warum das Pflaster zuweilennicht gut erhärten will, liegt in dem grossen Gehalte der Bleiglätte an Kohlen-säure. Es ist deshalb nicht unzweckmässig, die feingeriebene Bleiglätte auf einerheissen Eisenplatte vor dem Gebrauche noch einmal zu erhitzen, und sie währenddessen, ohne das Schmelzen zu erreichen, mit eioer flachen, scharf aufsitzendenBlechharke beständig umzurühren, wie dies in dem Artikel Liquor Plmnbihydrico-acetici genauer beschrieben werden wird.
Die zweite Methode, das einfache Bleipflaster darzustellen, besteht in derAnwendung des Dampfbades. Da die Temperatur des Gemenges nicht so hochsteigt., wie auf freiem Feuer, so dauert die Zeit der Pflasterbildung länger alsbei der ersten Methode; allein da auf der anderen Seite die Verdunstung desWassers sehr gering und die Gefahr des Anbrennens gar nicht vorhanden ist,so hat man weniger Arbeit damit, als selbst bei der kürzeren Methode auf freiemFeuer. Bei Allein setzt es aber die Benutzung eines ohnehin zu anderen Zwe-cken geheizten Wasserbades voraus, also den Gebrauch eines Beindorf f sehenApparates. Ohnedies würde die grosse Consumtion von Brennmaterial die Er-sparung an Mühe mehr wie aufheben. Man benutzt einen grossen kupfernenverzinnten Kessel zu dieser Arbeit, der, weil jedes Aufsteigen unmöglich ist, vielhöher gefüllt werden kann. Man vermengt die Ingredienzien, setzt auf dasPfund Gemenge eine halbe Unze destillirtes Wasser zu, und bringt das Gemengeauf das Dampfbad. In der ersten Zeit muss man öfter, alle viertel Stunde,umrühren, damit sich die Bleiglätte nicht zu fest auf den Boden setze. Aus