Extractum Absinthii. 333
Es soll sorgfältig aufbewahrt werden. Wird aus Afrika und von den canari-Behen Inseln zu uns gebracht.
Der ausgeflossenc Saft erhärtet auf den Stacheln der genannten und viel-leicht auch noch einigen anderen Euphorbiaarten und schliesst dieselben ein, oderlässt sie meistens wieder herausfallen. Es sind rundlich eckige, gewöhnlich mitzwei oder drei Löchern durchbrochene Stücke. Die Farbe ist gelblich und gelb-lichbraun. Geschmack fehlt anfangs, dann entsteht ein anhaltendes Brennen imMunde. Es ist leicht brüchig und lässt sich zerreiben. Beim Pulverisiren mussman sich gegen den Staub schützen, weil er heftiges Niesen und Entzündungvon Mund und Nasenschleimhaut hervorbringt. Man zerreibt das Ilarz mit lang-samer Bewegung, aber kräftigem Druk (s. pharmaceutische Technik, 1. Auflage,Fig. 204, Seite 261. 2. Auflage, S. 302, Fig. 249). Ein zum Absieben benutztesSiebchen darf zu keinem andern Zwecke gebraucht werden. Aus diesem Grundewürde man vielleicht vorziehen, durch einen Beutel zu schlagen.
Extractum, Absinthii. WermutHertracl.
Nimm: Spitzen von Wermuthkraut vier Pfund.
Nachdem sie klein geschnitten und in ein passendes Gefässgebracht sind, giesse darauf
gemeines siedendes Wasser so viel,dass das Gemenge einen Brei bildet. Lasse es vierundzvvanzigStunden unter öfterem Umrühren stehen, und trenne alsdann dieFlüssigkeit durch Auspressen in einer Pressvorrichtung. Auf denRest giesse wiederum eine kleinere Menge gemeines siedendesWasser, als das erstemal, dass es dadurch wieder, wie das erste-mal, in einen Brei verwandelt werde, und presse nach zwölf Stun-den in gleicher Art aus. Die erhaltenen Flüssigkeiten, welchedurch Decantiren und Coliren geklärt sind, sollen bei gelindemFeuer unter Vermeidung des Aufkochens und unter beständigemUmrühren auf zwölf Pfund verdampfen. Dann sollen sie, nach-dem sie einige Zeit hingestellt und abgegossen worden sind, imDampfbade, welches die Temperatur von 65 bis 70° C. (52 bis56" R.) nicht übersteigen darf, von Neuem verdampfen, bis dieübrig bleibende Masse nicht mehr ausgegossen werden kann, wohlaber mit einem Spatel sich in Fäden ausziehen lässt.
Es sei von braunschwarzer Farbe, im Wasser klar, mit brauner Farbelöslich.
Bei den Vorschriften zur Bereitung der Extracte sind die Formeln meinerl’hannacopoea universalü vielfach berücksichtigt worden. Ich statte den Verfas-sern der Pharmacopoe für diese Anerkennung meinen verbindlichsten Dank ab.Seit der Herausgabe der 5. Auflage der Pharmacopoe ist meines Wissens keineumfassendere und mit mehr wirklich angestellten Versuchen unterstützte Bear-beitung der Extracte erschienen, als diejenige, auf welche ich die Formeln der