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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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332
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332 Empla.strum saponatum. Euphorhium. I

In der Natur kommen keine Fettsäuren vor, welche sich direct und ohne IRest mit basischen Körpern verbinden. Die Fette sind aber einfache, ternäreorganische Verbindungen ohne innere Gliederung. Diejenigen, welche verseif,bar sind, zerfallen durch basische Oxyde einerseits in fette Säuren, anderer-seits in solche Elemente, die, unter Aufnahme von den Bestandtheilen des Was-sers zu jhren eigenen, das Oelsiiss bilden. Dieses selbst ist ebenfalls eine orga-nische, einfache, ternäre Verbindung ohne innere Gliederung und ohne basischeEigenschaften. Sein Verhalten zu Schwefelsäure ist eine Sache für sich, die mitder Seifenbildung in keiner Beziehung steht, und die Nichts mehr beweist, alsdass es keine basische Eigenschaften hat.

Die Fettsäure und das Oelsüss wiegen zusammen ein Atom Wasser mehr 1als das rohe Fett. Dieses wichtige, von Eiebig und Pelouze bestätigte Fac-tum steht über jeder Theorie, und ist ein Ausspruch des Versuches.

Das einfache Bleipflaster wurde in früheren Zeiten auf einem grossen Um-wege dargestellt. Man machte erst einen Schleim von Leinsamen, Foenugraek-samen, Altheewurzel und dampfte diesen mit der Bleiglätte und dem Olivenöl zurPflasterconsistenz ein. Man nannte deshalb das Pflaster »durch Schleim«, d,XvXwv (von /i.'kcL, der Schleim) bereitet, und da das Wort /iiaiy ein Genitivist, so kann es auch nicht mehr flectirt werden, und man kann nicht sagen, wiein manchen Pharmacopoen steht: Rec. Emplastri Diachyli , sondern es muss Ein-plaxtri Diachylon heissen. Dasselbe gilt von allen Worten, die mit Dia ansan-gen, wie Diacodion , Diagrydion , Diatexxaron, Dimvortm. Bei den mit lateinischerEndung gebildeten Namen wie Diacydonium , Diaxcordium und ähnlichen war dieAbleitung bereits vergessen.

EmplaMrum mponaturn. SfiffNpfldstfl'.

Nimm: Einfaches Pleipflaster drei Pfund,gelbes Wachs ein halbes Pfund.

Wenn sie im Dampfbad geschmolzen sind, so mische unterUmrühren bei

gepulverte spanische Seife drei Unzen.

Es sei ein zähes, weissliches, nicht schmieriges Pflaster.

Diese Bereitung ist so einfach, dass sie keiner Erläuterung bedarf.

Euphorbium. Eupkorbiiim.

Evphorlria ojficinarmn Linn. und Euphovlna enrumenm T.imt.

J'juphorlnaceae.

Unförmliche, schmutzig gelbliche, undurchsichtige, zerreibliche»Stückchen, welche Reste von Dornen einschliessen, oder an derenStelle mit Löchern versehen sind, von scharf brennendem Ge-schmacke, deren Staub ausserordentlich heftiges Niesen erregt, bsist der an der Luft erhärtete Milchsaft der oben genannten Pflan-zen, nachdem sie verletzt worden sind.