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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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336
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Extractum ABsinthii.

darf jedoch die Verkleinerung nicht zu weit treiben, weil sonst viel Pulver mitabfliesst.

Bei dem Wermuth ist die Wahl des siedend heissen Wassers ganz zu bil-ligen, weil es das ätherische Oel ungleich besser aus den Fasern der Pflanzeauszieht. Bei Pflanzenstoffen, die keinen bemerkbaren Geruch besitzen, wieCarduus benedictus , Taraxacum und ähnliche, kommt man mit kaltem Wasserebenso weit.

Schon während die zweite Extractiou im Gange ist, also gleich nach demAuspressen der ersten Flüssigkeit, nimmt das Eindampfen seinen Anfang. Diezuerst freiwillig abtliessende Flüssigkeit ist so klar, dass sie keiner ferneren Reini-gung zunächst bedarf. Erst wenn sie durch Concentration Stoffe ausgeschiedenhat, muss sie einer neuen Klärung durch Sedimentation unterworfen werden.Die ausgepresste Flüssigkeit ist gewöhnlich etwas trübe; man colirt sie zum er-stenmal , um Pflanzentheile zurückzuhalten und stellt sie alsdann ruhig hin.Während der Eindampfung der zuerst abgeflossenen Menge klärt sich die gc-presstc Flüssigkeit hinreichend, um nach dieser zur Verdampfung zu kommen.Die Verdampfung muss unter Anwendung derjenigen Regeln geschehen, welchedie Güte des Extractes am sichersten zu gewährleisten im Stande sind. DasExtraet wird in seinen wesentlichsten und besten Eigenschaften durch zweiUmstände am meisten alterirt: 1) durch die hohe Temperatur, 2) durch zulangedauernde Einwirkung der Wärme. Beide Klippen müssen in einer Art ver-mieden werden, dass daraus ein Maximum der günstigen Verhältnisse entsteht.Nun stehen sieh aber diese Bedingungen geradezu gegenüber; denn wenn mau1) die hohe Temperatur vermeidet, so fallt man in eine um so längere Dauerder Abdumpiüng; und wenn man die Zeit der Abdampfung abkürzen will, somuss man eine hohe Temperatur anwenden. Zwischen beiden muss es ein Maxi-mum für den günstigen Effect geben, und dieses muss von demjenigen, welcherdie Pharrnacopoe abfässt, aufgesucht und ermittelt werden. Alle Körper, welcheeinen starken Geruch der Extracte bedingen, gehören zu der Classe der ätheri-schen Gele. So z. B. in dem Wermuth, der Casearille, der Pomeranzenschalc.der Valeriana und ähnlichen. Alle diese ätherischen Gele haben einen bedeu-tend höheren Siedepunkt als Wasser. Um sie nicht zu verflüchtigen oder sienur in einem möglichst kleinen Verhältnisse zu verflüchtigen, hat man vorAllem die Dampf bildung am Boden des Gelasses oder das Kochen zu vermeiden.In diesem Falle werden die ätherischen Gele nach den Gesetzen der Verdunstungin permanentem Gas verflüchtigt. Was man bei der Bereitung der ätheri-schen Gele absichtlich herbeiführt, muss man bei der Bereitung der Extracte zuvermeiden streben. Während man ohne volles Sieden keine ätherischen Gelebereiten kann, lassen sie sich mit Sieden nicht zurückhalten. Sie worden mitdem Wasserdample und in demselben verdunsten. Es ist demnach das Kochenzu vermeiden und dies geschieht durch Anwendung von Wasserdampf, statt desfreien Feuers. Die Verdampfung verwandelt sich in eine blosse Verdunstung.Die Verflüchtigung der ätherischen Gele würde um so geringer sein, je niedri-ger man die Verdunstungstemperatur wählte. Hier tritt uns aber eine neueSchwierigkeit entgegen. Ausser den fluchtigen und ätherischen Bestandtheilenenthalten die Extractflüssigkeiten noch andere leicht zersetzbare, veränderlicheKörper von unbekannten chemischen Eigenschaften. Diese werden bei einerlange dauernden höheren Temperatur im verdünnten Zustande der Zersetzungund Veränderung nicht entgehen. Eine immer dunkler werdende Farbe desGemenges ist ein äusseres Zeichen dieser inneren Veränderung. Man muss asoauch die Zeit der Verdampfung möglichst abzukürzen suchen. Beide Be ingütigen werden vereinigt, wenn man im Wasserdample bei ununterbrochenemRühren die Verdampfung einzelner gebrochener Mengen der Flüssigkeit voi