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Extractum Absinthii.
gegen (las volle Dampfbad, angestellten Versuchen gemäss, wenigstens auf dasDreifache ausdehnt. Endlich kann man nicht ohne die Anwendung eines Ther-mometers erkennen, ob man den Zweck erreicht habe. Das Thermometer hin-dert aber während des Rührens, und es bleibt nichts übrig, als dasselbe häufigeinzutauchen und seine Angaben um Rath zu fragen. Die Ausführung derVorschrift der Pharmacopoe unterliegt demnach einer ganzen Menge von wirk-lichen Schwierigkeiten und ist mindestens in diesem Sinne nicht praktisch zunennen. Wollte Jemand nach dieser Vorschrift 20 — 30 Pfund ExtractumTaraxaä oder Graminis darstellen, so würde er damit einen Laboranten aus-schliesslich einige Monate beschäftigen, und so lange auch die Hauptöffnungdes B ei ndorff’sehen Apparates zu nichts Anderem gebrauchen können. Alleindiesen Hindernissen ist die Anwendung des vollen Dampfbades nicht unterwor-fen. Zu starkes Feuer treibt den Dampf zu anderen Oeffnungen heraus oderliefert destillirtes Wasser, dagegen steigert sich die Temperatur der verdampfen-den Flüssigkeit niemals. Man kann sie constant auf demselben Grade des Ther-mometers stehend behalten und die Verdampfung ist sehr schnell.
Von einer einzudampfenden Extractflüssigkeit wurde die zinnerne Schaledes Bei ndorff’sehen Apparates durch den Gay-Lussac’sehen Nachfüller(Pharm. Technik 1. Aufi. Fig. 169, 8. 220, 2. Aufl. 8. 248, Fig. 200 und 201)immer voll gehalten. Ein Thermometer hing mit seiner Kugel beständig inder Flüssigkeit. Bei lebhaftem Rühren von 55 Hin- und Herbewegungen desSpatels in der Minute liefen Stunde für Stunde 48 Unzen Flüssigkeit nach,und die Temperatur schwankte den ganzen Tag nur um ’/ 2 ° R. zwischen 73und 73 A"R. Fährt man so fort zu arbeiten, so hat man bei keiner grösserenMühe als das Feuer zu unterhalten, die Flüssigkeiten in den Nachfüller zu ge-ben und den Rührer auszuziehen, das Vergnügen, in 14 Arbeitsstunden 42 Civii-pfund Wasser im blossen Wasserbade ohne Kochen zu verdampfen, was einungewöhnliches Resultat ist. Man kann nebenbei alle anderen Arbeiten desLaboratoriums versehen, und ist nicht mit dem Fusse an den Apparat gebunden.Um vergleichbare Zahlen zu erhalten, wurden in derselben zinnernen PfanneAbdampfungen unter beständigem Rühren bei anderen Temperaturen vorgenom-men. Die Schale stand auf einem Trichter (Pharm. Technik 1. Aufl. 8. 58Fig. 29, 2. Aufl. 8. 66, Fig. 41), in welchen mittelst einer Drehklappe derDampf zugelassen wurde. Ein in die Flüssigkeit hineinhängendes Thermometerwurde beständig beobachtet. Die Schale wurde genau tarirt, als die Flüssig-keit die gewünschte Temperatur angenommen hatte, und nach Verlauf einerStunde wieder.
Die Temperatur wurde zwischen 60—65" R. (75—81,25" C.) gehalten. Esverdampften in einer Stunde 29 Unzen.
Die Temperatur wurde zwischen 52 — 56" R. (65—70" G.) gehalten. Esverdampften 13 Unzen Flüssigkeit.
Diese letztere Menge, verglichen mit der im vollen Dampf bade verdampften,beträgt nahezu '/, davon. Im Verhältniss, als die verdampfende Menge kleinerist, wird die Zeit der Verdampfung länger. Es zeigte sich ferner, dass mandas Thermometer keinen Augenblick aus den Augen lassen kann, weil sonst dieTemperatur oft rasch um 10—12 Grade steigt. Dasselbe tritt ein, wenn mandas Rühren auch nur kurze Zeit einstellt.
Ein ähnlicher Versuch wurde in einer Porcellanschale gemacht. Der Durch-messer der Oberfläche der Flüssigkeit betrug 9% Zoll. Wurde die Temperaturzwischen 40 und 48"R. (50—60" 0.) gehalten, so verdampften in einer Stunde5 Unzen 7 Drachmen Flüssigkeit; im freien Dampfbade, wobei die Temperaturauf 60 und 61"R. (75—r76° C.) stieg, verdampften in der Stunde bei einem auf8y 4 Zoll verminderten Durchmesser der Oberfläche 16 Vü Unzen Wasser, welches