350 Extractum Chelidonii. — Extractum Chinae fuscae.
Die gemischten, durch Absetzenlassen und Abgiessen gereinig-ten Flüssigkeiten sollen bei gelindem Feuer verdampfen, unter Ver-meidung des Aufwallens und unter beständigem Umrühren, biszwei Pfund übrig sind, welche in einer Porcellanschale im Was-serbade bei 52 — 60° K. (65 — 75° C.) unter beständigem Umrührenzur Consistenz des Wbrmuthextractes gebracht werden sollen.
Es sei dunkelbraun, im Wasser mit trüber Lösung löslich.
Die Cascarille wird im Mörser gestossen und durch ein grobes Pferdepulver-sieb geschlagen. Zu geringe Verkleinerung hat unvollständige Ausziehung zurFolge. Sehr zweckmässig kann man diese Rinde auf der Bogardusmühle (Pharin.Technik 2. Aufl. 8. 307 Fig. 252; in der 1. Aufl. nicht enthalten) mahlen.
Die Infusion macht man sehr zweckmässig in der Blase des Beindorff’-schen Apparates, indem man sie gut schliesst und einen halben Tag lang imDampfbade stehen lässt. Das Auspressen geschieht nach dem Erkalten in star-ken leinenen Säcken. So holzige Substanzen, wie die Cascarille, lassen vielFlüssigkeit ablaufen und nur wenig auspressen.
Die Eindampfung geschieht im Dampfbade unter beständigem Rühren. DieVermeidung jedes Siedens ist zweckmässig.
Die obige Vorschrift unterscheidet sieh von der der Pharmacopoea univer-satis, dass sie blosse Infusion, letztere aber ein viertelstündiges gelindes Kochenempfiehlt. Ich trage kein Bedenken, der Vorschrift der neuen Pharmacopoe denVorzug zuzuerkennen. Die Cascarille enthält ein ätherisches Del, worin eingrosser Theil seiner Wirksamkeit besteht, welches durch wirkliches Kochen mitAufwallen zum Theil verflüchtigt werden muss. Dies ist zu vermeiden. Dadurchlässt sich auch kein mit klarer Lösung lösliches Extract ohne grossen Verlustseiner Heilkräfte erlangen. Viele Pharmacopoeen (die Polnische, Dubliner, Sar-dinische, alte Fuldaer und Würtemberger) haben ein weingeistiges Cascarillen-extract. In Betracht seiner ätherisch-öligen und harzigen Bestandtheile möchtediese Form wohl die richtige sein. Dies Extract eignet sich vortrefflich zuPillenmassen, weniger zu Mixturen.
Extractum Chelidonii.CHelidoniumertract. Schöllkrcuttkrtract.
Soll aus dem frischen blühenden Schöllkraute wie ExtractumAconiti bereitet werden.
Es sei von dunkelbrauner Farbe und gebe mit Wasser eine braune, trübeLösung.
Hierbei ist nichts Besonderes zu bemerken, und nur auf die Auseinander-setzung zu Extractum Aconiti hinzuweisen.
Extractum Chinae fuscae. Chinaertract.
Es soll aus der braunen Chinarinde wie Cascarillenextract be-reitet werden, nur dass es an einem warmen Orte ausgetrocknetwerden soll.