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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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351
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Extractum Cliinae frigide paratum. 351

Es sei von brauner Farbe, mit trüber, hellbrauner Lösung in Wasserlöslich. _

Die Bereitung des Chinaextractes nach der Vorschrift des Cascarillenextractesist nicht zweckmässig. Der heiss colirte Chinaaufguss oder die Abkochung setztbeim Erkalten eine reichliche Menge eines Bodensatzes ab, welcher einen gros-sen Theil des Alkaloidgehaltes enthält. Der heiss colirte Cascarillenaufguss setztnichts ab. Die Chinarinde enthält kein ätherisches Oel, ihre wirksamen Be-standtheile sind entschieden nicht flüchtiger Natur. Diese Unterschiede bedingen,dass beide Extracte nicht nach derselben Vorschrift bereitet werden sollen. Eingelindes Kochen der Chinarinde kann dem Extracte nicht schaden, dagegen dievollständige Erschöpfung der Rinde bedingen. Bei einem so theuren Körperwie China soll nichts verloren gehen. Das Chinaextract soll Chinarinde ohneHolzfaser sein.

Will man die Chinarinde durch Infusion erschöpfen, so stelle man diese inder Blase des Beindorffschen Apparates an, rühre dann und wann um, unddigerire im vollen Dampfbade sechs bis acht Stunden lang. Darauf colire mansiedend heiss und rasch durch ein dichtes Colatoriuin. Was durchgeht, mussrein sein, und darf nicht durch Absetzenlassen und Decantiren gereinigt werden.Alles, was durchgegangen ist, muss im Extracte bleiben. Das Colatorium mussdeshalb so dicht sein, oder das Aufgiessen der noch heissen Flüssigkeit mussso oft wiederholt werden, bis die heisse Flüssigkeit klar und frei von mechani-schen Verunreinigungen, von feinem Pulver der Rinde durchgeht. Das fernereEindampfen geschieht unter beständigem Rühren im vollen Dampfbade. Es istauch bei dem Chinaextracte nicht die geringste Veranlassung, eine niedrigereTemperatur des Eindampi'ens anzuwenden, als sie das volle Dampfbad giebt.Es enthält nichts Flüchtiges und verändert sich bei der Temperatur des Dampf-bades auch nicht. Das Eindampfen darf nicht in einer zinnernen oder ver-zinnten Schale geschehen, weil das Extract davon missfarbig wird, sich auchnach dem Austrocknen nicht von dem Zinn ohne mechanische Verletzung des-selben loslösen lässt. Die letzte Eindampfung muss in einer starken Porcellan-schale geschehen. Die erste Auskochung oder Infusion kann in einem roth-kupfernen Gefässe ausgeführt werden.

Das Chinaextract ist ungemein dem Schimmeln unterworfen. Selbst inPillenmassenconsistenz unterliegt es der Schimmelbildung. Die vollständigeAustrocknung ist deshalb ganz zweckmässig als das einzige Mittel, das Schim-meln zu verhüten, anbefohlen.

Sehr viele Pharmacopoeen enthalten ein spirituöses Chinaextract. Die vorigefünfte Auflage hatte es noch neben dem wässerigen gekochten und kalt berei-teten, also drei Extracte von demselben Körper. Das war allerdings des Gutenzu viel. Nach der Natur der ausziehbaren Körper zu urtheilen, wird Weingeistdie wirksamen Bestandtheile vollständiger ausziehen, als Wasser, und es möchtedemnach ein weingeistiges Extract ein sehr wirksamer Arzneikörper sein. Ichstimme allerdings dafür, nur eines oder das andere zu haben. Da das wein-geistige Extract jedenfalls theurer sein muss, so möchte es dem Interesse desgrossen Publikums entsprechender sein, das wässerige beizubehalten.

Extractum Chinae frigide paratum.Kaltbereitetes Chmaertraet.

Nimm: Huanuco - Chinarinde, gröblich gepulvert, zweiPfund, giesse darauf