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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Extractuin Cinae aethereum.

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ein nach oben sich verengender und schliessender Raum, in welchem haupt-sächlich die Kondensation der Aetherd'ampfe geschieht.

Um das sich allmählig erwärmende Kühlwasser durch kaltes Wasser ersetzenund verdrängen zu können, bemerkt man in Fig. 48 den seitlichen Ausguss hund den entsprechenden Ablauf g in Fig. 49; ferner auf dem oberen Gefässeden flachen Eingusstrichter e und den entsprechenden Ablauf f Beide Abläufe/und g in Fig. 49 sind übereinander und führen durch ein eingestecktes Blei-rohr (Fig. 48 und 49) das warme Kühlwasser ab.

Die Aetherdümpfe, welche in der Woulfsehen Flasche erzeugt werden,gelangen durch die Blei- oder Zinnröhre d in Fig. 48 in den inneren Raum,Fig. 49. Wie dieser Weg die beiden Blechcylinder a und b durchsetzt, ist be-sonders in Fig. 50 dargestellt.

Die Operation findet nun in folgender Art Statt.

Die Substanz bringt man in R auf die Flanellscheibe, giesst ein ihr gleichesGewicht Aether einmal hindurch, bis in der unteren Flasche eine Schicht von1 Zoll Höhe sich angesammelt hat. Dann setzt man diese Flasche mit demdaraus sitzenden Apparate in eine mit einer zollhohen Schicht Wassers ver-sehene zinnerne Schale, die im Dampf bade steht. Allmählig erwärmt sich dasWasser, bringt den Aether zum Kochen, und die Dämpfe steigen durch die mitTuch umwickelte Röhre d (Fig. 48) in den Raum R. Hier werden sie an denmit kaltem Wasser umgebenen Wänden verdichtet, tröpfeln auf die Substanzund gelangen durch die Spitze p (Fig. 48), mit löslichen Substanzen beladen,wieder in die Flasche. Hier bleibt die Extractsubstanz zurück und der Aethergelangt von Neuem als Dampf in den Raum R auf die Substanz. Bei genügen-der Erneuerung des Kühlwassers bemerkt man nicht den geringsten Geruch anAether. Die ablaufenden Tropfen erscheinen immer heller gefärbt und zuletztganz farblos wie reiner Aether, womit die Extraction beendigt ist. Das einePfund Aether geht so olt hin und her, dass wenn der Strahl aus p (Fig. 48)von immer neuen Mengen Aether herrührte, wohl zwanzig Pfund davon hättenangewendet werden müssen.

Sobald die Extraction geschehen, fängt die Wiedergewinnung des Aethersan. Man nimmt zuerst die Röhre d (Fig. 48) ganz weg, und verstopft den Halsder Flasche. Man verbindet alsdann die Oeffnung, worin diese Röhre steckte(Fig. 50), mittelst einer Glas- oder Bleiröhre mit einem Kühlapparate, dreht dieEingussröhre h (Fig. 48) in dem Stopfen i abwärts, um das kalte Wasser zwi-schen a und b (Fig. 49) abzulassen. Ebenso entfernt man das kalte Wasseraus c (Fig. 49) durch rasches Ausgiessen, und füllt nun beide Räume mit sie-dendheissein Wasser an. Der in der Substanz noch steckende Aether verflüch-tigt sich grösstentheils und geht durch die Röhre in Fig. 50 in den Kühlapparat,wo er gewonnen wird. Jetzt wird der ganze blecherne Aufsatz von der Flascheentfernt, und aus dieser der Aether ebenfalls im heissen Wasserbade abdestillirt.Man erhält so den Aether in zwei Portionen wieder mit einem Verluste von25 30 Procent, während man bei kleinen Mengen nach anderen Methoden

von einer viel grösseren angewendeten Menge 70 80 Procent verliert.

Das Fertigmachen des Extractes geschieht wie oben in einer Porcellanschale.

Man hat gegen diese Methode eingewendet, der Aether wäre so wohlfeil,dass es auf einen Verlust dabei nicht ankomme Dies ist erstlich nicht überallund nicht immer wahr. Durch das oftmalige Eintreten der Kartoffelkrankheitist der rohe Aether um 73 Procent im Preise gestiegen. Und gesetzt auch, derAether wäre so wohlfeil, so ist noch immer nicht einzusehen, warum man einenVerlust freiwillig übernehmen sollte, den man abwehren könnte. Die Auslagefür einen solchen Apparat, welche sich auf 1% bis 2 Thlr. belauft, und welcherauch noch zu anderen Arbeiten gebraucht werden kann, deckt sich bei einigen