Extractum Corticis Aurantii. 361
werden. Die erhaltenen Flüssigkeiten sollen zur Consistenz desWermuthextractes eingedickt werden.
Es soll eine gelbbraune Farbe haben, und mit Wasser eine trübe Lösunggeben.
Bei der Bereitung dieses Extraetes stellt sich der Vorzug der neuen Berei-tungsmethode vor der älteren sehr auffallend heraus. Man erhält, mit geringererMühe ein viel schöneres, kräftigeres Extraet und in bedeutend grösserer Menge.
Zu der obigen Vorschrift habe ich noch Folgendes zu bemerken. DiePhar-macopoe schreibt vor, auf 1 Pfund Pomeranzenschalen 3 Pfund Spiritus Vinirectißcatus aufzugiessen. Dies ist zu wenig, wenn die Cortices Aurantiorumrichtig verkleinert sind. Dieselben dürfen nicht zu grossen Stücken zerstossenoder zerschnitten sein, sondern müssen in ein gröbliches Pulver verwandelt unddurch ein Pferdepulversieb abgeschlagen werden. Nur in diesem Zustande vonVerkleinerung lasst sich die ganze Menge des Extraetes aus den Schalen aus-ziehen. In diesem Falle reicht jedoch das dreifache Gewicht von Spür. Vini red.nicht hin, die Schalen vollkommen zu benetzen, da sie sehr anschwellen und ineine zitternde, fast gelatinöse Masse übergehen.
48 Unzen gröbliches Pomeranzenschalenpulver wurden mit 144 Unzen90proc. Spiritus und 144 Unzen Wasser übergössen. Bei dieser Menge desMenstruums, welche das Doppelte der in der Pharmacopoe angegebenen beträgt,schwamm noch nicht ein Tropfen Flüssigkeit über den Species, sondern alles warabsorbirt und zu einer schlüpfrigen Masse angeschwollen. Nach mehreren Tagender Digestion wurde ausgepresst, und von den 288 Unzen Flüssigkeit 240 Unzendurch Auspressen erhalten. Diese wurden filtrirt und der Spiritus durch De-stillation davon abgezogen. Es wurden 120 Unzen Spiritus von 88 Procent ge-wonnen.
Die übrig bleibende Flüssigkeit wurde unter Thätigkeit der Rührmaschineeingedampft. Sie gab 14 Unzen Extraet. Die abgezogenen 120 Unzen Spiri-tus wurden mit gleich viel Wasser auf die ausgepreßten Kuchen gebracht,wieder digerirt, gepresst, filtrirt und eingedampft. Es wurden noch 4% UnzenExtraet erhalten.
Die zuerst extrahirte Flüssigkeit wurde deshalb besonders abdestillirt, um nichteine zu grosse Menge Weingeist mit dem Gerüche der Orangenschalen zu behal-ten. Das Eindampfen beider Phlegmata hätte zusammen geschehen können; eswurde aber absichtlich getrennt vorgenommen, um das Product der einzelnenAuszüge besonders bestimmen zu können. Es ging aus dem Resultate hervor,dass % der ganzen Extractmenge gleich auf den ersten Auszug erhalten werden,und nur V 4 auf den zweiten Auszug. Die Menge des gewonnenen Extraetes be-trug 18Y a Unzen auf 48 Unzen Schalen oder 38,54 Procent. Bei einer anderenBereitung aus dem vorigen Jahre, die ich in meinen Notizen bemerkt finde,wurden aus 112 Unzen Schalen 43 Unzen eines vortrefflichen Extraetes gewon-nen. Dies beträgt auf die Schalen berechnet, 38,39 Procent. Ein drittes Malgaben 88 Unzen Cort. Aurantior. in drei Auszügen 18, 12% und 4%, zusammen34% Unzen eines vortrefflichen Extraetes. Die Menge entspricht 39,48 Procent.Bie Uebereinstimmung dieser Präparationen aus ungleichen Mengen Substanz,aus verschiedenen Schalen und zu verschiedenen Zeiten ist sehr auffallend. Siezeigt eine Gleichförmigkeit der Resultate, die auf die Methode einen günstigenRückschluss zu machen erlaubt.
Ich kann mir kaum erklären, wodurch es gekommen ist, dass die Pharma-copoe eine so unzureichende Menge Lösungsmittel vorgeschrieben hat. Halb
Mohr, Commentar. 23 *