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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Farina Ilordei. Farina Hordci praeparata.

Der Bereitung des Baldrianextractes aut kaltem Wege liegt offenbar dieAnsicht zu Grunde, dass die flüchtigen Bestandtheile nicht durch Erwärmungweggetrieben werden. Ein Extract kann aber in zweierlei Weise verfehlt wer-den: sowohl durch unrichtige Bereitungsinethode, als unrichtige Wahl des Aus-ziehungsmittcls. Wer das Baldrianextract auf seine Güte prüfen will, kostet esdurch Geruch und Geschmack. Die Güte desselben wird durch den deutlichund kräftig ausgesprochenen Geruch und Geschmack des Baldrians erkannt.Wenn dieser Schluss richtig ist, und auch jener fernere, dass die wirksamstenBestandtheile des Baldrians seine flüchtigen sind, wenn es ferner richtig ist, dassein warmes Baldrianintüsum ungleich kräftiger ist als ein kalter Auszug, unddass auch aus diesem Grunde nur heisse Infusa in der Receptur verordnet wer-den, und dass ferner die ätherische Tinctur des Baldrians in hohem Grade dieEigenthümlichkeit dieser Wurzel wiedergiebt, so unterliegt es wohl keinemZweifel, dass das mit kaltem Wasser bereitete Extract des Baldrians eine ver-fehlte Arzneiform ist. So wie ganz richtig das Pomeranzenschalenextract mitWeingeist, das Wurmsamenextract mit Aether bereitet wird, ebenso muss dasBaldrianextract mit Weingeist bereitet werden. Der Vergleich beider Extractebeweist die Richtigkeit dieser Behauptung. Das mit kaltem Wasser bereiteteExtract schmeckt sehr siiss und nur schwach nach Baldrianöl und Baldriansäure;das mit Weingeist wie Extr. Corticum Aurantiorum bereitete riecht und schmecktallgemein stark nach Baldrian und brennt ordentlich auf der Zunge. Der Nach-geschmack in Mund und Gaumen dauert sehr lange an. Es löst sich natürlichnicht klar in Wasser auf, ist aber auch weniger zur Lösung in Wasser be-stimmt, da so stark riechende und schmeckende Arzneikörper am besten inPillenform, wozu sich dieses Extract sehr gut eignet, verordnet werden. Uebri-gens steht die Ansicht, ein weingeistiges Extract vorn Baldrian anzuwenden,nicht allein, indem die Pharm. universalis noch sechs Pharmacopoeen nachweist,welche dieses Extract bereits aufgenommen haben. Die wichtigen Bestandtheiledes Baldrians sind das ätherische Oel und die einem solchen sehr nahe kom-mende, von Pentz entdeckte Baldriansäure. Von diesen ist das Oel in Wassernicht merklich löslich, während die Säure löslich ist. Die mit kaltem Wasserausgezogenen Wurzeln geben mit Wasser destiliirt noch grosse Mengen äthe-rischen Oeles. Dieses kann natürlich nicht mit ins Extract kommen, da es inder Wurzel sitzen bleibt. Man würde also freiwillig und wissentlich auf denkräftigsten und eigenthümlichsten Bestandtheil dieser Wurzel verzichten, wennman kaltes Wasser als Lösungsmittel für das Extract anwenden wollte. Umdie fluchtigen Bestandtheile nicht durch Erwärmen fortzutreiben, lässt man sielieber unberührt in der Wurzel stecken. Die Absieht ist ganz richtig und gut,das Mittel, diese Absicht zu erreichen, das ungeschickteste und zweckwidrigste,was man sich denken kann.

Farina Ilordei. ©erstaune!)!.

Man gehe zum Bäcker oder Müller.

Farina Hordei praeparata. Präparirtcs Gerstenmehl.

Bringe Gerstenmehl in ein cylindrisches, zinnernes Gefäss unddrücke es fest ein, so dass es zu zwei Dritteln gefüllt ist. Hängedarauf dieses Gefäss in die Destillirblase, die zu zwei Dritteln mit