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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Fei Taun inspissatum.

Wasser gefüllt ist, und nachdem ein Helm angelegt worden, solldas Wasser zwei Tage lang, an jedem fünfzehn Stunden, kochen.

Nachdem die obere mehlige Schicht weggenommen ist, solldie röthlichgelbe Masse in Pulver verwandelt werden.*

Bewahre es an einem trockenen Orte auf.

Dieses Mittel ist mehr durch hohe Empfeldung als innere Kräfte berühmtgeworden und auch bald wieder aufgegeben worden. Die Veränderung, welcheGerstenmehl durch eine zweitägige Siedehitze im trockenen Zustande erleidenkann, muss es auch nothwendig durch die meisten Operationen der Küche undbesonders durch das Backen in einer weit höheren Temperatur erfahren. DieStärke soll dadurch in Dextrin oder eine gummiartige Substanz verwandeltwerden. Im Wasser vertheilt, wird dieselbe Veränderung durch den Aufgussvon gekeimtem Getreide, Malz, hervorgebracht. Was man auch mit dem Ger-stenmehle in dieser Art vornehmen mag, es bleibt immer ein Nahrungsmittelund wird niemals Arzneimittel.

Mit Recht hat man die frühere Darstellungsweise des Präparates, wobeies in Leinen zusammengepackt den Dämpfen ausgesetzt wurde, aufgegeben, weildie Hälfte, oft das Ganze verloren ging. Will man die Dämpfung in der inne-ren Blase des Beindorffsehen Apparates vornehmen, so sehe man darauf,dass sie nicht v n einer vorhergehenden Operation noch einen Geruch habe.Er würde sich dem Gerstenmehle mittheilen und bei dessen vollkommener Ge-ruch- und Geschmacklosigkeit sehr scharf hervortreten.

Fei Tauri. Ochsengalle.

Man erhält die Galle in ihrer Blase vorn Fleischer und hat sich hauptsäch-lich ihrer Frische zu versichern, da sie, besonders im Sommer, leicht fault undalsdann widerlich riecht. Im frischen Zustande hat ihr Geruch eine entfernteAehnlichkeit mit dem des Moschus.

Fei Tauri inspissatum. Eingedickte Ochsengalle.

Frische Ochsengalle, erwärmt und durch Leinwand colirt,werde in einem Porcellangefässe unter beständigem Umrühren imDampfbade von 40 bis 48° R. (50 bis 60° C.) zur Consistenz desWermuthextractes eingedampft.

Sie sei von grüillichbrauner Farbe, in Wasser klar mit grünlicher Farbelöslich.

Wenn man mehrere Gallenblasen zusammengekauft hat, so wird jede ein-zeln aufgeschnitten, auslauten gelassen, und durch den Geruchssinn aul ihreGüte geprüft, ehe man sie den übrigen beifügt. Man erwärme nun alle Flüs-sigkeit zusammen im Dampfbade und colire. Die colirte Flüssigkeit wird unterbeständigem Rühren im vollen Dampfbade zur richtigen Consistenz eingedickt.Sie hält sich in diesem Zustande sehr gut.

Ich trage Bedenken, hier etwas aus den vielen Untersuchungen über dieGalle mitzutheilen, da jede folgende alle vorhergehenden bedeutend modificirthat. Da die Ansichten und Resultate der verschiedenen Forscher wenig Ge-