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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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, Ferro-Kalium cyanatum fiavum.

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Ferro-Kalium cyanatum fiavum.

Gelbes Cyaneisenkalium.

Kali ferruginoso -hydrocyanicum. Kali zooticum seu bomssicum.

Cyanuretum Kalii et Fern cum Aqua. Blausaures Eisenkali.

Blutlaugensalz.

Nsistantböils zusammenhängende, mit der Zeit an der Luftetwas verwitternde, gelbe Krystalle, von süsslichem Geschmacke,in vier Theilen kalten und zwei Theilen siedendheissen Wasserslöslich, in höchst rectificirtem Weingeist gar nicht löslich, .ausKalium, Eisen, Cyan und Wasser bestehend.

Die grösseren, nicht verwitterten Krystalle sind auszuwählen,welche von schwefelsaurem Kali und anderen fremdartigen Stoffenganz frei sind. Es wird in chemischen Fabriken bereitet.

Ueber den Namen siehe den vorigen Artikel. Das Blutlaugensalz ist dasRohmaterial zur Bereitung der Blausäure, und als solches hat es diesen Platzgesunden. Die Theorie seiner Bereitung im Grossen ist zuerst von Liebigermittelt und festgestellt worden.

Meistens wird durch Erhitzen von kohlensaurem Kali mit stickstoffhaltigerKohle von Blut, Leder zuerst Cyankalium dargestellt, und durch Digestion derLösung mit passenden eisenhaltigen Körpern das Cyaneisen gebildet und in dieLösung aufgenommen.

Man erhitzt mittelst Flammenfeuers bis über den Schmelzpunkt 75 PfundPottasche in einem etwas schräg gestellten birnförmigen Kolben, und trägt all-inälig in immer wachsenden Mengen G5 Pfund Kohle von Blut, Horn, Klauen,Abfällen von Haut oder Leder nebst zwei Pfund Eisenfeile oder Hammerschlaghinein. Es erfolgt, besonders anfangs, starkes Aufblähen, durch kohlensauresGas und brennbare Dämpfe und Gase, die mit Flamme verbrennen. Währendhierbei ein Theil der Kohle dem Alkali den Sauerstoff entzieht, treten 2 AtomeKohlenstoff mit 1 Atom Stickstoff der organischen Substanz an das vorn Sauer-stoff befreite Metall. Beide Vorgänge finden aber zugleich Statt und unter-stützen einander. Bei der Fabrikation im Grossen hat man gesunden, dass mangleichviel Blutlaugensalz erhält, wenn man die organische Substanz selbst oderihie durch Erhitzung erhaltene Kohle anwendet. Dies hätte man kaum erwartensollen, da Ammoniak, über glühende Kohlen gehend, auch Cyan bildet. Alleindas Ammoniak entwickelt sich hierbei bei einer zu niedrigen Temperatur, alsbei welcher es mit Kohle und Kali Cyankalium bildet.

Man erhitzt die Masse, bis sie in ruhigen dicklichen Fluss gekommen ist,sticht sie heraus und erneuert den Einsatz. Die Schmelze von den angegebenenMengen wiegt 95 bis 98 Pfund und liefert 18 bis 22 Pfund Blutlaugensalz. Dadas Blutlaugensalz in der Glühhitze zerstört wird, so kann es auch in derSchmelze noch nicht gebildet vorhanden sein. Diesen so einfachen und natür-lichen Schluss hat dennoch Niemand vor Liebigs Untersuchung gemacht.Wenn man die Schmelze mit verdünntem Weingeist oder Branntwein behandelt,so zieht dieser alles Cyan in Gestalt von Cyankalium aus, und der Rückstandgiebt alsdann durch keine Behandlung mit Wasser noch eine Spur Blutlaugen-salz. Da nun Branntwein das Blutlaugensalz nicht löst und auch nicht zersetzt,

Mohr, Commentar. 25