Ferrum hydricum. 395
Natron gekocht, einen schwärzlichen Niederschlag, welcher also einen TheilAetbi&ps martialis enthielt. Einige Jahre später bestimmte ich den Oxydulgehaltbei einem andern Präparate direct durch Titriren mit übermangansaurem Kali.Ein vorläufiger Versuch gab den Titre des übermangansauren Kalis zu 18,5Cub. Cent. für l / 4 Gramm metallisches. Eisen. Es wurden 0,7 Gramme desFerrum carbonicum abgewogen und zerrieben in warme verdünnte Salzsäuregetragen. Sie lösten sich unter heftigem Brausen zu einer gelblich grünenFlüssigkeit. Diese erforderte 0,0 Cub. Cent. Chamäleonlösung zum Erscheinender rothen Farbe. Nach obigem Titre zeigen dieselben 0,089 Gramme metal-lisches Eisen — 0,112 Eisenoxydul an; diese sind enthalten in 0,7 GrammeFerrum carbonicum,. Es enthielt also dieses Präparat 16 Proc. Eisenoxydul.
Ohne das Hinzufügen eines Körpers, welcher durch Umhüllung den Zutrittdes Sauerstoffs abhält, ist es ganz vergeblich, den kohlensauren Niederschlag indiesem Zustande trocknen und aufbewahren zu wollen. Einige empfehlen, ihnin Thierblasen eingebunden an einem mittelwarmen Orte zu trocknen, und ent-weder in den Blasen oder in fest verschlossenen Gefässen zu bewahren. Dochwas kann das Alles helfen, wenn der Körper sich beim Berühren mit Luft,beim Dispensiren, beim Zerreiben zu Pulver doch oxydirt. Es kommt nichtdarauf an, ob der Apotheker das Präparat in richtiger Mischung in verschlos-senen Gefässen aufbewahren kann, wenn es ihm nicht gelingt, dasselbe in dieserForm bis zum Gebrauche des Patienten zu befördern.
Von der Ansicht ausgehend, dass die Feuchtigkeit während des Austrock-nens der eigentliche Sauerstoffüberträger sei, habe ich einen mit Sorgfalt be-reiteten und scharf ausgepreßten Kuchen von kohlensaurem Eisenoxydul imVacuum der Luftpumpe mit Chloitialciuin vollkommen ausgetrocknet. Die Farbeblieb dunkel grasgrün und ich freute mich schon des gelungenen Erfolges. Alsich aber den trockenen Körper von einer oberen Stube auf einem Papier her-untertrug, fühlte ich ihn in der Hand warm werden, und die grüne Farbe ver-änderte sich in eine braunrothe. Plötzlich ergriff an den Rändern ein wirk-liches Glühen die Masse, und sie glimmte rasch fort. Um nicht die Hände zuverbrennen, musste ich die ganze Masse zur Erde werfen, als ich noch auf derTreppe war. Sie war in geglühtes Eisenoxyd verwandelt, und aus dem CrocusMartis aperitivus in den adstringens übergegangen. Das Präparat war offenbarnicht mehr zu gebrauchen, und der Versuch zeigt, dass ein langsames Trocknenan der Luft weniger schädlich ist, als das sorgfältigste im luftleeren Raume,weil im ersteren Falle kein Glühen eintritt und das Präparat immer noch einleicht lösliches Eisenoxydhydrat enthält. Ebenso wenig führt es zum Ziele,während des Auswaschens und Trocknens Weingeist oder Aether anzuwenden.Nach dem Austrocknen tritt jedenfalls die Luft mit ihrer oxydirenden Wirkunghinzu.
Man kann auch die Fällung in grossen Flaschen vornehmen, indem mandie heissen Lösungen beider Salze darin vermischt. Nach dem Absetzen desweissen Niederschlages zieht man das Wasser mit einem Heber ab und fülltdie Flasche wieder mit kochendem Wasser. Das Wasser wird heiss angewendet,weil es alsdann keinen absorbirten Sauerstoff enthält. Zuletzt bringt man denNiederschlag, wie oben, auf ein Colatorium und presst ihn aus. Das Uebrigealles wie oben. Diese Fällungsmethode hat keinen Vorzug vor der in demeisernen oder emaillirten Kessel, dagegen den Nachtheil, dass sie sich nur inkleineren Mengen und mit grosser Gefahr für die Glasflasche ausführen lässt.Die Oxydation geschieht nicht während des Kochens, sondern während desTrocknens, und das haben beide Methoden gemeinschaftlich.
Eine andere ganz vortreffliche Methode besteht darin, frisch bereitetesEiscnchlorür mit kohlensaurem Ammoniak zu fällen. Man löst Eisenfeile in