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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ferrum iodatum saccharatum.

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Was soll nun noch für ein Grund da sein, eine so ungemein langweiligeOperation zu empfehlen, da die Zersetzbarkeit des Jodeisens, welche doch dieseFurcht einflösste, in dieser zuckerigen Lösung nicht mehr existirt. Um nureinen Begriff von der Verdunstung bei der angegebenen Temperatur zu haben,habe ich l'/ s Unzen der Jodeisenlösung ohne Milchzucker in einem Porcellan-schälchen durch eine kleine entfernte Weingeistflamme immer auf 40° R. gehal-ten, und der ununterbrochenen Beobachtung halber geradezu mit der Thermo-meterkugel gerührt. In einer halben Stunde verdunsteten 40 Gran, wobei abereinmal die Temperatur auf 45° R. gestiegen war, im übrigen immer auf demMaximum von 40° R. stand. Das Zimmer war überheizt und hatte. 19° It.Ohne diese der Verdunstung noch günstigen Umstände wäre sicherlich in derhalben Stunde nur */, Drachme verdampft, und es würde auf diese Weisebei achtstündigem Rühren in derselben kleinen Schale nur eine halbe UnzeFlüssigkeit verdampft sein. Jede Drachme des Aussüsswassers würde den La-boranten eine Stunde Zeit kosten. Die Pharmacopoe will diese Operation inbalneo vaporis ausführen lassen. Ueber die Schwierigkeit, mit Dampf und nichtmit Wasser eine so niedrige Temperatur zu erzielen, ist schon oben unterExtractum Äbsinthii weitläufiger gesprochen worden.

Im vorliegenden Falle ist nun nicht nur ganz überflüssig, sondern auchrein unmöglich, die Verdampfung bei dieser Temperatur zu dem verlangtenZiele zu bringen. Die zuckerhaltige Jodeisenflüssigkeit verdampft auf dem Was-serbade zu einer zähen Masse, die bald nicht mehr an Consistenz zunimmt.Es ist alsdann selbst das heisse Dampfbad nicht im Stande, dieses zu erreichen,wenigstens habe ich zwei Tage vergeblich den Versuch gemacht, die Masse soweit auszutrocknen, dass sie mit einer ferneren Unze Milchzucker ein trockenesPulver gebe. Was bei vollem Dampfbade nicht gelingt, wird bei 40° erst gar-nicht geschehen, da bekannt ist, wie rasch die Spannung der Dämpfe unterihrem Siedepunkte abnimmt, und wie hartnäckig schmierige, zähe Substanzendas Wasser zurückhalten. Diese Masse kann auch auf einer entfernten schwa-chen Weingeistflamme unter beständigem Umrühren mit dem eisernen Spatel soweit eingetrocknet werden, dass sie erkaltet eine spröde, brüchige Consistenzhat, und während des Erkaltens leicht mit dem ferneren Zusätze von Milch-zucker gemischt werden kann. Bei dieser Operation muss man sich sehr inAcht nehmen, dass die Masse am Boden der Schale niemals festbacke und an-brenne. Sie wird dadurch schwarz und nach dem Kaltwerden zerfliesslich. Manerreicht es durch eine ziemlich grosse Entfernung der Weingeistlampe undfleissiges Abstechen und Rühren auf dem Boden des Gefässes. So lange dieMasse warm ist, kann man sie nicht fest und pulverig erhalten, sondern sienimmt erst diese Form nach dem Erkalten an. Das Zweckmässigste bleibtdemnach einfach jenes Verfahren, erst im vollen Dampf bade unter Umrührenbis zur Pillenconsistens zu bringen, dann erkalten zu lassen, herauszusteckenund auf flachen Tellern vertheilt und mit Papier bedeckt im Trockenofen vol-lends auszutrocknen. Dies gelingt sehr leicht. Der einzige denkbare Grund,den man für die Abdampfung bei sehr niederer Temperatur angeben könnte,möchte der sein, dass der Milchzucker sich nicht alle in der Flüssigkeit löseund dadurch die Austrocknung eher möglich sei. Allein in diesem Falle schütztauch die geringe Menge des aufgelösten Milchzuckers weniger gegen die Oxy-dation, da offenbar der nicht gelöste Milchzucker ganz unwirksam ist. Ich habegefunden, dass wenn man die 1% Unzen Milchzucker sogleich durch starkesErwärmen löst, die Farben Veränderung der Flüssigkeit ungleich schwächer ist,als wenn man bei niederer Temperatur die sehr schwache Lösung längere Zeitden Einflüssen des atmosphärischen Sauerstoffs ausgesetzt lässt. Sie nimmt danneine stark gelbe Farbe an. Das Product der einfachen Portion der Pharmacopoe