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Ferrum iodatum saccliaratum.
betrug bei sehr reinlichem und sorgfältigem Arbeiten 3 Unzen 4 Scrupel. ImAllgemeinen kann man 3 Unzen rechnen, wonach die Angabe der Pharmacopoe,dass sechs Gran einen Gran Jod enthalten, ganz gut stimmt.
Man sieht, dass auch fast das chemische Aequivalent erhalten wurde. 2%Unzen Milchzucker und '/ s Unze Jod geben schon 3 Unzen, die halbe UnzeJod nimmt 2,0 Scrupel Eisen auf und wir haben 4 Scrupel über die 3 Unzenerhalten. Es ist deshalb nur 1,4 Scrupel Feuchtigkeit in der Masse steckengeblieben.
Das Präparat muss in wohlverschlossenen Gefüssen aufbewahrt werden.
Früher wurde das Ferrum iodatum ohne Zusatz von Zucker in Anwendunggebracht- Es gab aber nicht leicht ein weniger zuverlässiges und weniger halt-bares Mittel als dieses, was dem Apotheker die grössten Verdriesslichkeitenbereitete und den Arzt häufig im Stiche liess.
Die Bildung des Jodeisens geschah, wie in diesem Capitel beschrieben ist,in einem eisernen Grapen. Das Filtrat wurde im Wasserbade unter beständi-gem Rühren bis zum Erstarren in der Kälte eingedampft. Führte man dieseArbeit auf freiem Feuer aus, so konnte eine stärkere Erhitzung des Gelassesschwierig vermieden werden, und das Jod entwich in violetten Dämpfen, indemsich Sauerstoff mit dem Eisen verband. Dadurch war nun gleich ein Theil desPräparates unlöslich geworden, und der übrige wurde es mit der Zeit. BeimEindampfen im Wasserbade nimmt die Flüssigkeit allmälig eine gelbliche, dannbraune, zuletzt schwarze Farbe an, und gesteht nach dem Erkalten zu einerschwarzen krystallinischen, braunsteinähnlichen Masse. Sie zieht leicht Feuch-tigkeit an und muss augenblicklich in luftdicht geschlossene Gelasse gebrachtwerden. Auch hierin verändert sich das Präparat mit der Zeit, es bildet sichein unlösliches, jodhaltiges Eisenoxyd; Jod scheidet sich aus und sublimirt sichin krystallinischen Flittern an die oberen Wände des Gelasses. Einmal beob-achtete ich die Erscheinung, dass in einem Glase, in welchem das richtig be-reitete Präparat längere Zeit unberührt stand, das Jod sich in einer festzusam-menhängenden Kruste obenauf gesetzt hatte, während unten drunter Eisenoxydlag *). Beide Substanzen waren sowohl einzeln als vereinigt in Wasser unlös-lich, und ein solches Mittel würde den Arzt in die grösste Unsicherheit überden Werth des Präparates gesetzt haben. Es musste mit metallischem Eisenbehandelt, filtrirt und wieder eingedampft werden. Bis zu diesem Punkte voll-ständiger Zersetzung durchläuft das Präparat alle Zwischenstufen einer fort-schreitenden Verderbniss, und man sieht ein, welche Schwierigkeiten dem Arzteund Apotheker daraus entstehen mussten; dem ersteren, weil er sich keine An-sicht über die Wirksamkeit des Mittels aus den immer wechselnden Mengendesselben bilden konnte, für den Apotheker, weil die Lösungen des Präparatesin Betreff auf Farbe und Klarheit immer verschieden ausfallen mussten undnothwendig Reclamationen veranlassten. Die Apotheker sind der neuen Phar-macopoe Dank schuldig, dass sie dieselben von einem so lästigen Präparate,was man regelmässig alle vier Wochen hätte umarbeiten müssen, befreit hat.
Die Londoner Pharmacopoe lässt das Präparat ohne Zuckerzusatz im Was-serbade eindampfen, der Pariser Codex von 1837 will es rapidement jusqu’äsiccitü eingedampft haben. Was davon zu halten ist, haben wir soeben gesagt.
Die Bildungsgeschichte des Jodeisens ist sehr einfach. Jod und metalli-sches Eisen verbinden sich direct bei Gegenwart von Wasser unter ziemlichlebhafter Wärmeentwickelung zu Einfachjodeisen. Ein Atom Eisen (27) undein Atom Jod (126) bilden ein Atom Jodeisen (FeJ — 153). Man ersieht
') Vgl. Anna!, d, Pharrn. XXIX, 329.