Ferrum iodatum saccharatum.
401
daraus, dass das Eisen weniger als % des Jods betragen kann. Weil aber dasEisen vermöge seiner Cohasion erst allinählig an die Oberfläche und zur Wir-kung gelangt, weil es ferner im Vergleich zum Jod ganz werthlos ist, so nimmtman die Hälfte des Gewichtes vorn Jod und ferner ein eisernes Gefäss, um Zeitzu gewinnen.
Die Lösung des Einfachjodeisens (Eisenjodür) hat eine blassgrüne Farbewie die Eisenoxydulsalze, und zeigt auch ihre Reactionen. Sie zieht begierigSauerstoff aus der Luft an, wodurch die Farbe in gelb und braun übergeht.Das Einfachjodeisen löst nochmal halb so viel Jod, als es bereits enthält, zueiner braunrothen Flüssigkeit, die stark nach Jod riecht. Die Affinität des Jodsist jedenfalls sehr schwach, und man trägt Bedenken, diese Lösung für einechemische Verbindung zu halten. Die blosse Flüchtigkeit des Jods reisst esschon aus dieser Verbindung zum Theil los. Auch hat diese Lösung die voll-kommenste Aehnlichkeit mit der Lösung des Jods in Jodkalium, Kochsalz, Sal-miak, wo wir, wenigstens aus der Analogie mit Chlor, keine zwei Verbindungenannehmen können.
Das Jodeisen wird durch viele Körper zersetzt, durch Salpetersäure, Chlor,kohlensaure Alkalien, Ammoniak und solche Metallsalze, die mit Jod unlöslicheVerbindungen eingehen, wie von Blei, Kupfer, Quecksilber, Silber, mit denenes nicht zusammengebracht werden darf. Auch organische Substanzen, wiegerbstoffhaltige Decocte, Aufgüsse von Digitalis, Belladonna, Hyoscyamus, Ta-bak, bilden damit Zersetzungen, worauf in ärztlicher Beziehung zu achten ist.
Das trockene Jodeisen und das Zuckerpräparat sollte nur in Pillen, höch-stens noch in Pulvern, nicht aber in flüssigen Arzneien verordnet werden, wozuman sich ungleich besser eines Syrups bedient, der eine bestimmte Menge Jod-eisen enthalt. Wackenroder hat folgende Vorschrift gegeben, die in hiesigerGegend häufig angewandt wurde: 3 Drachmen Jod sollen in Jodeisen ver-wandelt werden, die Lösung zu G Drachmen Zucker in eine Schale filtrirtund das Ganze auf 15 Drachmen eingedampft werden. Da Syrupe meistenstarirt werden, so möchte der vorliegende, welcher Vs an Jod enthält, wohl zuconcentrirt sein, weil kleine Mengen, die unvermeidlich auf der Tarirwage miteinem kleinen Ausschlag abgewogen werden, dadurch eine nicht unbedeutendeVeränderung erleiden. Bei einer täglichen Dosis von 2 bis 4 Gran wären dieabzutarirenden Mengen nur 10 bis 20 Gran. Ungleich besser würde die Ver-dünnung auf das 15- bis 20fache genommen, oder am besten, wenn der Scrupeleinen Gran Jodeisen und nicht Jod enthielte. Der Arzt kennt die Wirkungdes Jodeisens nach dessen Gewicht und nicht nach dem Gewichte des darinenthaltenen Jods. Dies ist ein fernerer Uebelstand bei der obigen Vorschrift.
Da nun auch gepulverter Zucker keine so klare Lösung giebt, als ein ge-klärter Syrupus Simplex ist, so schlage ich die folgende Formel vor.
4 Drachmen Jod werden mit 2 Drachmen Eisenfeile in Eisenjodür ver-wandelt. In eine Porcellanschale giesse man 12'/- Unzen Syrupus Simplex undnehme von Schale sammt Inhalt Tara. Nun siltrire man die Jodeisenlösungm den Syrup, wasche mit wenig Wasser nach, und dampfe im Wasserbade soweit ein, bis das Gewicht wieder die alte Tara erreicht hat. 4 Drachmen Jodgeben 5 Drachmen Jodeisen, diese sind in 12'/- Unzen oder 100 DrachmenFlüssigkeit enthalten, folglich 1 Theil Jodeisen in 20 Theilen des Syprups.
Ferrum iodatum aaccharatum. Rp. Ferri limati Drach-m-am, unam, Aquae destillatae Drachmas quinque, immitteln catinum ferreum fusurn et adde Iodi Und am dimidiam.Operculo ferreo obtecta stent in leni calore interdum agitata, sub finemoalefiant usque ad ebuUitionem. Cito filtra per chartam bibulam stella-
Mohr, Commentar. 2 G