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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ferrum sulphuricum purum.

sation zu erhalten, ist der zuerst von Bonsdorf*) vorgeschlagene Zusatz vonfreier Schwefelsäure. Dieser kleine Ueberschuss von Säure hat nicht die Wir-kung, wie Bonsdorf sagt, die höhere Oxydation des Eisens zu vermeiden,sondern nur die Ausscheidung des sonst entstehenden basischen Niederschlageszu verhindern.

In einem neutralen schwefelsauren Salze enthält die Basis */ 3 von dem Sauer-stoff der Säure. Dieses Verhältniss findet im Eisenvitriol Statt. Wenn aber dieBasis noch mehr Sauerstoff aufnimmt, so erhält sie mehr als */ 3 von dem Sauer-stoff der Säure, und diese kann das Oxyd nicht mehr zu einem neutralen Salzegelöst enthalten; sie lässt also im Verhältniss der zunehmenden Oxydation einbasisches Salz fallen. Die Bildung eines solchen Niederschlages in einer ganzneutralen Lösung des schwefelsauren Eisenoxyduls verhindert nun jede schöneKrystallisation, indem die unzähligen Theilchen dieses Niederschlages Mittel-punkte zu Krystallen werden, und endlich noch der Niederschlag selbst zumTheil in den Krystallen steckt, zum Theil auch während ihrer Bildung sich aufdieselben absetzt. Ein Zusatz von freier Säure verhindert die Bildung einessolchen Absatzes und demnach auch die Entstehung vieler kleiner Krystalle undunzähliger Kerne, und natürlich auch die Einschliessung desselben in den Kry-stallen. Selbst bei sehr langsamem Arbeiten setzt sich nichts ab, obschon dieOxydation immer fortschreitet, nur bildet sich alsdann immer mehr eine dunkel-braune Mutterlauge, welche das gebildete Oxyd in Lösung enthält. Durch wie-derholtes Abdampfen erhält man mehrere Ausbeuten von Krystallen, und dieMutterlauge kann, mit neuen Mengen von Eisenfeile behandelt, zu demselbenZwecke verarbeitet oder auch direct zur Bereitung von schwarzer Tinte ver-braucht werden. Die erhaltenen Krystalle werden auf einem Trichter gesam-melt, abtröpfeln gelassen, mit etwas Wasser abgespritzt, dann ein wenig aufLöschpapier gewälzt und an einem mittelwarmen Orte getrocknet.

Bei einer nur etwas hohen Temperatur fängt Verwitterung und Ausblühenan. Dasselbe wird auch durch mechanische Verletzung der Krystalle begünstigt.Man hat demnach dafür Sorge zu tragen, dass dieselben nicht zu rauh behan-delt und ihre Ecken und Kanten abgestossen werden. Im Allgemeinen ist esvortheilhaft, die Bereitung dieses Salzes im Winter vorzunehmen, weil bei star-ker Kälte viel mehr Salz auskrystallisirt, als bei mittlerer Temperatur. Dienach dieser Methode bereiteten und getrockneten Krystalle halten sich sehr gutund lange in gut verschlossenen Gelassen. In das Standgefäss der Apothekegiesst man auch wohl etwas Weingeist zwischen die Krystalle, wodurch ihreVerwitterung und Oxydation vortrefflich abgehalten wird.

Der Eisenvitriol stellt blass grünblaue durchsichtige Krystalle vor; sie gebenzerrieben ein weisses Pulver; sie rothen Lackmus fast gar nicht, sondern erstdurch höhere Oxydation, da das Eisenoxyd eine schwächere Basis als das Oxy-dul ist, und ungeachtet des höheren Gehaltes an Sauerstoff doch saurere Salzebildet. Die Krystalle schmelzen, bei abgehaltener Luft erhitzt, in ihrem Kry-stallwasser, und hinterlassen ein weisses, entwässertes Salz. In sehr trockenerLuft und bei höherer Temperatur verwittern sie unter Verlust von Wasser; beigewöhnlicher Temperatur bräunen sie sich, um so eher, je feuchter sie sind.

Der krystallisirte Eisenvitriol enthält 1 At. Eisenoxydul (FeO 35), 1 At.Schwefelsäure (S0 3 = 40) und 7 At. Wasser (7 IIO 63), sein Atomgewichtist also 138. Er entsteht durch die Einwirkung von 1 At. Schwefelsäurehydrat(b0 3 HO = 49) auf 1 At. Eisen (Fe 27). Es wird 1 At. Wasser zer-setzt, indem der Sauerstoff mit dem Eisen sich zu Eisenoxydul (FeO) verbindet

) p oggendorsfs Annalen Bd. XXXI, 8. 82.