406 Ferrum sulphuricum venale. — Flores Arnicae.
und der Wasserstoff entweicht. Das Verhältniss von 27 Eisen zu 49 englischerSchwefelsäure kommt sehr nahe an jenes von 30 zu 50, welches die Pharma-copoe angenommen hat. Der kleine Ueberschuss von Eisen ist bei der Werth-losigkeit dieses Körpers eher zu wenig, als zu viel, jedenfalls nothwendig. Stattmetallischen Eisens kann man sehr zweckmässig das natürliche kohlensaure Eisen-oxydul oder den Spatheisenstein, auch Stahleisenstein genannt, wo er zu Gebotesteht, anwenden. Verdünnte Schwefelsäure wird in einem passenden Gefässe,einem Kolben, erhitzt und das feine Pulver des Eisensteines aÜmälig eingetragen.Es löst sich unter Brausen und Entwickelung von kohlensaurem Gas. Mangiebt von dem Pulver einen kleinen Ueberschuss hinzu, filtrirt, setzt die freieSchwefelsäure zu und verfährt wie oben. Wer diesen Stein zu Gebote hat,findet daran das wohlfeilste Rohmaterial zu allen Eisenoxydulsalzen.
Ferrum sulphuricum venale.
Käufliches schwefelsaures Eisen.
Grüner Vitriol. Vitriolum Martis.
Durchsichtige, grüne, mit der Zeit verwitternde dunkelgrüneKrystalle. Er besteht aus Eisenoxydul, Schwefelsäure und Was-ser, ist häufig mit Kupfer und anderen fremden Stoffen ver-unreinigt.
Er wird in bergmännischem Hüttenbetriebe bereitet.
Der rohe Eisenvitriol, das verbreitetste, wohlfeilste und am meisten ge-brauchte Eisensalz, wird in grossen Mengen beim Bergbau gewonnen. Er findetsich zuweilen fertig im Gebirge und wird nur ausgelaugt, unter anderen imRammelsberg bei Goslar.
Durch Rösten und Verwitternlassen des natürlichen Schwefeleisens, beson-ders des Strahlkieses, Auslaugen, Eindampfen und Erkaltenlassen wird er sehrleicht in grossen Mengen erhalten. Die natürlichen kupfervitriolhaltigen Wasser,mit metallischem Eisen zusammengebracht, setzen metallisches Kupfer, sogen.Cementkupfer, ab, und die Flüssigkeit enthält nun Eisenvitriol. Von dieserDarstellung trägt er den uneigentlichen Namen Kupferwasser, Cuperose. Inder neueren Zeit wird viel reiner Eisenvitriol in den Handel gebracht, der nachMethoden des vorigen Artikels bereitet wurde. Er wird alsdann am vortheil-hastesten aus den Sauerwassern der Schwefelsäurefabrikation und natürlichemSpatheisenstein oder Bohrspähnen von Gusseisen, die man nicht wieder in denHochofen bringen kann, erzeugt. Das Nähere gehört in die technische Chemie.Der hüttenmännisch bereitete Eisenvitriol kann leicht Kupfervitriol oder Zink-vitriol enthalten. Da er niemals zu innerlichem Gebrauche verwendet wird, sohat man auch dieserhalb kaum eine Prüfung anzustellen, welche übrigens, wieim vorigen Artikel beschrieben ist, vorgenommen wird. Er soll nicht durchReinigen in den vorhergehenden verwandelt werden.
Flores Arnicae. Wohlverleihblumen.
Arnica montana Linn. Compositae - Aster oideae.
Zusammengesetzte gelbe Strahlenblumen mit Blüthenhülle ausgleichlangen Schuppen. Es sollen nur die von der Hülle getrenn-