Flores Aurantil seu Naphae. — Flores Chamomillae Romanae. 407
ten Blümchen, mit dem weichbehaarten Fruchtknoten und Blumen-rohre versehen, die der Scheibe fünftheilig, die des Strahles mitgelber, zwei Linien breiter, dreigezahnter Zunge, aufbewahrt wer-den, mit vollkommenen Staubfäden, mit sitzendem gezahntem, zer-brechlichem Pappus. Die Blumen erregen, mit den Händen zer-rieben, Niesen, ihr Geschmack ist scharf bitterlich. Die Pflanzewächst in sumpfigen Wiesen des nördlichen Europas und auf denAlpenwiesen des mittleren.
Die Blumen werden in ihrer vollen Reife eingesammelt. Erst werden sieganz gepflückt und zu Hause ausgezupft und gereinigt. Sie trocknen sehrleicht und lassen sich vortrefflich aufbewahren. Man trocknet sie erst auf demBoden des Hauses oder noch reinlicher in Sieben, und bringt sie zuletzt nocheinige Stunden in den Trockenofen. Dann presst man sie im vollkommenentrockenen Zustande in blecherne Kasten ein. Sie halten sich gut conditionirt meh-rere Jahre. Sie werden meistens zu Infusen und zu einer Tinctur gebraucht undbedürfen dazu keiner Vorbereitung. — Syngenesia superßua, 61. XIX, Ord. 2.
Flores Aurantii seu Naphae. Pomeranzenblüthen.
Citrus Aurantium Linn. Citrus vulgaris Decandolle. Aurantiaceae.
Die weissen, etwas dicken, von dem angenehmsten Gerücheduftenden Blätter der frischen Blumen eines bei uns in Winter-häusern gepflegten Baumes. Die getrockneten fünf blätterigen Blu-men sind häufig in etwas gelblicher Farbe mit dem fünfzahnigenKelche im Handel.
Wenn die Pomeranzenblüthen eingemacht werden, so mischezwei Theile der frischen Blumen mit einem TheileKüchensalz.
Die Pomeranzenblüthen sind hier nur als Rohmaterial zur Bereitung desPomeranzenblüthenwassers aufgeführt. Im getrockneten Zustande haben sie dengrössten Theil ihres Wohlgeruches eingebüsst und sind fast zu nichts mehr zugebrauchen, da das hier gemachte Pomeranzenblüthenwasser niemals die Fein-heit und Stärke des aus der vorzugsweise Provinz genannten Gegend Südfrank-reichs erreicht. Zuweilen werden sie innerlich in Infusion angewendet- Mantrocknet zu diesem Zwecke die Blumen im Chlorcalciumtopf und bringt sie introckene erwärmte Flaschen, die man sogleich verkorkt. Sie halten sich indiesem Zustande Jahrelang.
Siehe übrigens Aqua Florum Aurantii (S 201).
Flores Chamomillae Romanae. Römische Kamillen.
Anthemis nobüis Linn. Compositae-Anthemideae.
Zusammengesetzte Blumen, mit dicht über einander geschobe-nen, an der Spitze trockenen Schuppen der Blüthenhülle, mit fest-