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Herba Ballotae lanatae.
mit stehendem, fast sechs Linien hohem Helme, mehr oder wenigerzurückgebogenem Schnabel und gekrümmten Sporen. Es wohntin den Gebirgs- und Alpengegenden von Schlesien, Thüringen undnoch anderen Orten in Deutschland und der Schweiz. Eine aus-dauernde Pflanze. (Da sie meistens sehr zerstreut wächst, so istauch erlaubt, die in Gärten gezogene anzuwenden.) Sie soll nichtüber ein Jahr, aber sorgfältig aufbewahrt werden.
Man hat sich viele Mühe gegeben, die verschiedenen Species der GattungAnconitum scharf zu unterscheiden. Glücklicher Weise ist dies für die medici-nische Anwendung nicht so absolut nothwendig, indem allen in Deutschland wildwachsenden Arten eine gleiche Wirksamkeit inzuwohnen scheint. Die Pharma-copoe hat selbst zur Beseitigung des Vorurtheils die Initiative ergriffen, indemsie drei Species bezeichnet, von denen das Kraut genommen werden könne, undnoch nebenbei die Anwendung des in Gärten cultivirten erlaubt. Aus diesenGründen mögte es überflüssig erscheinen, neben der ausführlichen Beschreibungdes Textes noch nähere botanische Einzelbeschreibungen hinzuzufügen. Dienaturhistorische Beschreibung findet man am ausführlichsten und genauesten inNees von Esenbeck und Ebermaier’s Handbuch der medicinisch-pharma-ceutischen Botanik, Thl. 3, 8. 497. Ich war selbst Zeuge der grossen Sorgfalt,womit Ersterer, mein verstorbener Lehrer, diesen Gegenstand behandelt hat.
Das Eisenhütleinkraut ist ziemlich trockener Natur, und lässt sich sehr leichtvollkommen austrocknen und längere Zeit aufbewahren. Es wird übrigens indiesem Zustande fast gar nicht gebraucht. Es enthält als Ilauptbestandtheil einnicht flüchtiges Alkaloid, das Aconitin. Dasselbe wird, nach Morson, in derArt dargestellt, dass man das kalt bereitete alkoholische Extract des Krautesmit verdünnter Schwefelsäure auszieht, die filtrirte Lösung mit Aetzammoniak ingeringem Ueberschusse fällt, das gefällte Aconitin in Aether löst, mit Thier-kohle entfärbt, und nun die Lösung verdunstet. Es wird nicht im krystallini-schen Zustande gewonnen, sondern nur als eine farblos durchsichtige, glasglän-zende, nach dem Trocknen brüchige Masse; es ist geruchlos, schmeckt scharf,bitter und kratzend. In Wasser ist es schwer löslich, dagegen leicht löslich inWeingeist und Aether. Es neutralisirt Säuren vollkommen und bildet damitunkrystallisirbare Salze. Es ist schon mit Erfolg im reinen Zustande bei Neu-ralgieen angewendet worden.
Polyandria Trigynia, Cl. XIII. Ord. 3.
Herba Ballotae lanatae. Wolliges Wolfstrappkraut.
Leonurus lancitus Pers. Benth. Labiatae.
Vierkantiger, wolliger Stengel. Gestielte, handförmige Blättermit linienförmigen Lappen, oberhalb glatt, unterhalb dicht gefilzt.Zehn bis dreizehn Blumen in dichten, blattachselständigen Quirlen(Blüthenbüscheln), mit fünfgezahntem wolligen Kelche, der oberenLippe der Blumenkrone aussen filzig. Eine in Sibirien wild wachsendePflanze, die bei uns in Gärten gebaut wird und während der Blüthezu sammeln ist.