Buch 
Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
Entstehung
Seite
444
JPEG-Download
 

444 Herba Gratiolae. Herba Lactucae virosae.

einseitig, dreiblättrig mit hängenden Blättchen; 7) die Kronenblätter sind un-gleich.

Aethusa Cynapium ist zwar, wie das Coniurn maculatum, durchaus kahl undhat auch in Rücksicht der Blätter und der hängenden Bällchen mit demselbengrosse Aehnlichkeit; es unterscheidet sich jedoch durch folgende Zeichen: 1 )ist der Stengel gewöhnlich ungedeckt, nur zuweilen am unteren Theile schwarz-roth, ins Violette übergehend, niemals aber purpurfarbig gedeckt; 2) die Blät-ter sind, vorzüglich auf der unteren Seite, glänzend; 3) die Blattstiele sind halbStielrund, rinnenf örmig, fast oder kaum bemerkbar rührig, nicht aber vollkom-men stielrund, mit weiter Höhlung; 4) fehlt die allgemeine Hülle; 5) sind dieBlättchen der besonderen Hülle linienförmig und länger als die Döldchen.

CaucaHs Anthriscu s lässt sich unter den angeführten Pdanzen am leichtestenvon dem Coniurn maculatum unterscheiden, und zwar 1) dadurch, dass sie über-all theils mit kleinen Borsten, theils mit kurzen, steifen Haaren besetzt ist; 2)durch den Stengel, der fest und markig, ungedeckt oder auch purpurfarbig ge-streift , und wegen kleiner, rückwärtsstehender, dicht anliegender Borsten aufder Oberfläche scharf ist; 3) durch die Blätter, die gefiedert doppelt zusammen-gesetzt , aber nicht gefiedert vielfach zusammengesetzt sind; 4) durch die be-haarten Blättchen; 5) die Blattstiele sind fast dreikantig, rinnenf örmig, fest, mitkurzen, steifen Haaren besetzt, nicht stielrund, fast kielförmig, hohl und kahl.

Endlich unterscheidet sich die Cicuta virosa von dem Coniurn maculatum1) durch ihren Standort, der jederzeit im Wasser selbst ist; 2) ist die Wurzelfächerig und treibt viele starke Wurzelfasern; 3) der Stengel ist gegen die Wur-zel purpurfarbig, aber niemals gefleckt; 4) die Blättchen sind lanzettförmig,sägezähnig, mehrere zwei- und dreispaltig, nicht aber länglich, gezahnt und alleungetheilt; 5) es fehlt die allgemeine Hülle.

Alle diese Pflanzen gehören zur Pentandria Digynia, Cl. V. Ord. 2.

Herba Gratiolae. Gottesgnadenkraut.

Gratiola officinalis Linn. Scrophularinae.

Das blühende Kraut, mit vierkantigem, geradem, oben ästigemStengel, gegenständigen, sitzenden, lanzettförmigen, schwach ge-sägten, glatten, schwach dreirippigen Blättern, achselständigen, ein-zelnen Blüthen, weissen, rachenförmigen Blumenkronen. Eine in sum-pfigen Gegenden Deutschlands häufige Pflanze, in den MonatenJuni und Juli zu sammeln. Sie soll mit Sorgfalt aufbewahrt werden.

Die Gratiola wird nur noch selten angewendet bei dem Reichthum andererabführender Arzneimittel. Die Pharmacopoe lässt ein Extract daraus bereiten.Das Kraut ist leicht zu trocknen und zu erhalten.

Diandria Monogyrda, Cl. II. Ord. 1.

Herba Lactucae virosae. Giftlattigkraut.

Lactuca virosa I/itin. Compositae-Cichoraceae.

Das frische Milchsaft gebende Kraut, mit horizontalen, sitzen-den, meistens ganzrandigen und länglichen, selten mit einer oder