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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ilerba Lobeliae.

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der andern Bucht ausgeschnittenen, am Rande und dem Kiel (Mit-telrippe) stacheligen, glatten Blättern. In vielen Gegenden Deutsch-lands wird die Pflanze wild gefunden, aber nicht häufig, so dassman auch die angebaute anwenden kann. Sie soll mit den blühen-den Zweigen gesammelt werden. Man verwechsele sie nicht mitdem wilden Lattig (Lactuca Scariola), der durch senkrecht stehende,meistens ausgebuchtet fiedertheilige, seltner ganze Blätter, unter-schieden wird.

Der Stengel der ächten Lactuca virosa ist gerade aufrecht, nach oben sehrästig, stielrund, unten stachlig, zuweilen roth gefleckt, vier bis sechs Fuss hoch.Die Wurzelblätter sind ziemlich gross, verkehrt eiförmig, länglich stumpf, ineinen Blattstiel verschmälert. Die Stengelblätter sind sitzend, stengelumfassend,länglich, nach der Spitze breiter und stumpf, gewöhnlich nur buchtig gezahnt,oder auch fast gefiedert zerschnitten. Die Astblätter sind pfeilf örmig, mit stum-pfen Lappen . und sind mehr lanzettförmig spitz; alle sind abstehend und ho-rizontal (d. h. mit den Rändern wie gewöhnlich nach dem Hori-zont gerichtet), am Rande dornig gezahnt, oben dunkelgrün und glatt, untenblaugrün und an der Mittelrippe stachlig, dabei im ausgebildeten Zustande etwassteif.

Die Blätter der Lactuca Scariola sind buchtig - gefiedert - zerschnitten, sehrselten ganz, auf beiden Seiten grün, auf der Mittelrippe ebenfalls stachlig, sierichten sich mit einem Rande gewöhnlich nach oben. Die Lactucavirosa hat schwarze, die Scariola hellbraune Achenen.

Beide Pflanzen enthalten einen weissen Milchsaft von schlafbringenden nar-cotischen Eigenschaften. Es steht noch nicht fest, ob die medicinischen Eigen-schaften beider gleich und gleichstark seien, weshalb die Verwechselung zu ver-meiden ist. Im getrockneten Zustande wird diq Pflanze nicht aufbewahrt.

Aus dem durch Einschnitte ausfliessenden Safte der Lactuca virosa wirddurch blosses Eintrocknen das Lactucarium erhalten. Es bildet massive Stück-chen, aussen von brauner, innen von gelber Farbe, welche einen eigenthümli-chen, mohnartigen Geruch besitzen. Man hat in dem Lactucarium einen eigen-thümlichen Körper entdeckt, dem man den Namen Lactucin gegeben hat, dessenRolle aber weit entfernt von derjenigen ist, welche das Morphin im Opiumspielt. Das Lactucin ist ziemlich schwierig krystallinisch, geruchlos, etwas gelb-lich, von bitterem Geschmacke, sehr leicht zersetzbar, neutral und kein Alkaloid.Ls ist nicht der Träger der Arzneiwirkung des Lactucariums.

Das Lactucarium wird bei Zoll an der Mosel in grossem Maassstabe be-reitet. Die Pflanze wird an wilden steilen Abhängen angebaut, wo sie schonzerstreut von selbst vorkam. Der Apotheker Goeres in Zell liefert ein soschönes Lactucarium, als es bis dahin noch nicht im Handel vorgekommen war.

Die Lactuca gehört zur Syngenesia aequalis, Cl. XIX. Ord. 1.

Herba Lobeliae. Lobelienkraut.

Lobelia infiata Linn. Lobeliaceae.

Das blühende Kraut mit fusshohem Stengel und darüber,unten einfach, rauhhaarig, oben verästelt, glatt, mit sitzenden,