Buch 
Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
Entstehung
Seite
27
JPEG-Download
 

Kali chloriciim cnulurn.

27

mittclwurmen Platze <les Trockenofens verdunsten. Die letzte Mutterlauge ver-wendet man zu Kali accticum, Kali tartaricum , oder nach dem Glühen als Kali

carbonicwn.

Statt des geglühten Weinsteins wendet man auch ein geglühtes Gemengeaus 3 Thln. gereinigtem kohlensaurem Kali und 1 Thl. Stärke, die man mitWasser vorher gekocht hat, an. Die fremden Salze werden durch Krystallisa-tion entfernt. Das reine kohlensaure Kali besteht aus 1 At. Kali (47,2) und 1At. Kohlensäure (22), hat also das Atomgewicht 69,2. Das krystallisirte doppeltkohlensaure Kali besteht aus 1 At Kali (47,2), 2 At. Kohlensäure (44) und 1At. Wasser (9), hat also das Atomgewicht 100,2.

In Betreff der Geschichte der. Kenntniss der Alkalien ist auf Kopps Ge-schichte der Chemie, 4. Bd., 8. 3, zu verweisen.

Kalium chloricum cradum. Rohes chlorsaures Kali.

Kali muriaticurn o.rygenatum cradum. Kali oxgmuriaticum cradum.Chloras kalicus cmdus. Rohes oxydirtes salzsaures Kali.

Ein Salz in schuppigen, weissen, glänzenden Krystallen, insechszehn Theilen kalten und zwei Theilen siedenden Wassers lös-lich, mit Schwefel erhitzt oder gestossen verpuffend. Es bestehtaus Kali und Chlorsäure, mit Chlorkalium mehr oder weniger ver-mischt. Es tvird in chemischen Fabriken bereitet.

Die Bereitung dieses Salzes, welches nur eine geringe Verwendung in derPharmacie findet, kann vortheilhaft nur im Grossen in Fabriken geschehen.Selbst da ist es noch schwierig zu erklären, wie es in zweiter Hand vorn Dro-guisten zu 12 15 Sgr. per Pfund angeboten werden kann. Die Salzsäuremuss dabei unstreitig als ein ganz werthloses Nebenproduct zur Anwendungkommen.

Früher bereitete man das Salz in der Art, dass man Chlorgas in eine con-centrirte Lösung von kohlensaurem Kali streichen liess. Es entstand unter allenUmständen zuerst eine bleichende Verbindung, indem Chlor sich mit 1 At.Sauerstoff von dem 1 At. Kali zu unterchloriger Säure verband, und andererSeits 1 At. Kalium sich mit 1 At. Chlor verband. Die Affinitäten des Chlorszu Sauerstoff und Kalium treten hier zu diesem Resultate zusammen, welchesvor jeder Affinität allein nicht hervorgebracht werden könnte. Durch die fort-gesetzte Einwirkung des Chlors, besonders unter Einwirkung der Wärme, findeteine fernere Zersetzung Statt, indem 3 Atome unterchlorigsaures Kali (3 C10+ 3KO = C10 5 -)- KO -(- 2C1K) in 1 Atom chlorsaures Kali und 2 At.Chlorkalium zerfallen. Da aber schon durch die Bildung von 3 At. unterchlo-rigsaurem Kali 3 At. Chlorkalium gebildet worden sind, so ist das Endresul-tat, dass auf 1 At. chlorsaures Kali, welches 5 At. Sauerstoff in der Säureenthält, 5 At. Chlorkalium gebildet worden sind. Es wird also nur/ vondem angewendeten Kalisalz in der neuen Verbindung erhalten, und % des Ka-lisalzes werden in ein ganz werthloses Product, das Chlorkalium, verwandelt.Eine Verbesserung dieser Methode besteht darin, dass man eine zweite wohlfei-lere Base in genügender Menge hinzubringt, welche den Sauerstoff abgiebt,und mit dem Chlor die dem Chlorkalium entsprechende Verbindung bildet. Da-durch sind die früheren 5 /a des Verlornen Kalis gegen eine fast werthlose Sub-