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Kreosotum.
Ratanhiae falsutn genannt, stammt von Coccoloba uvifera Linn. zur OctandriaIrigynia (61. VIII. ord. 3) und der Familie der Polygonen gehörig. Es wirddurch Auskochen des Holzes dieses baumartigen Strauches und Eindampfen derAusbochung gewonnen.
Kreosotum. Kreosot.
Eine farblose oder schwachgelbe, klare Flüssigkeit, einem äthe-rischen Oele ähnlich, etwas schwerer als Wasser, von starkem Ge-rüche und sehr scharfem Geschmacke. Es ist in der ächtzigfächenMenge Wassers und in jeder beliebigen Menge höchst rectificirtenWeingeistes löslich. Die Lösung in Aetzkali soll durch Beimischungvon Wasser nicht getrübt werden.
Es werde mit Sorgfalt aufbewahrt.
Das Kreosot ist ein Zersetzungsproduct des Holzes durch die trockene Destil-lation. In der grössten Menge ist es im Buchenholztheer, 20 bis 25 Proc., ent-halten , in kleinerer im Holzessig (1% Proc.). Seine Darstellung ist ein sehrlangweiliger und umständlicher Process, der nur bei fabrikmiissigem Betriebelohnt, da die Gefässe so ausserordentlich durch Geruch und Schmutz verunrei-nigt werden, dass man sie einzig nur zu diesem einen Zwecke verwenden kannZu einem solchen Verfahren eignet sich das pharmaceutische Laboratorium nicht,
Die Operation fängt mit einer rohen Destillation des Buchentheeres, auseiner gusseisernen oder kupfernen Blase, an, und wird so weit fortgesetzt, bistrübe Dämpfe von Paraffin erscheinen. Es entstehen drei Schichten von Flüs-sigkeiten, von denen hier nur die unterste zu unserm Zwecke dient. Die mittlere f
ist eine saure wässerige, die obere ist eine leichte ölige, aus flüchtigen Kohlen-wasserstoffen, besonders Eupion, bestehend. Man erhält vorn letztem so viel, dassman die ganze Fabrik damit beleuchten kann. Die untere Schicht wird me-chanisch von den beiden oberen getrennt. Sie besteht grösstentheils aus Kreo-sot, etwas Eupion und einem flüchtigen, durch Sauerstoff sehr leicht sich braun jfärbenden Oele. Die Abscheidung dieser beiden Bestandtheile ist nun die fer-nere Arbeit der Reinigung. Die ursprüngliche Reinigungsmethode bestand da- |rin, das Kreosot in Kalilauge zu lösen, und diese Lösung zur Anziehung vonSauerstoff und Oxydation des färbenden Stoffes der Luft auszusetzen, dannnach Sättigung mit Schwefelsäure zu destilliren und diese Operation drei- bisviermal zu wiederholen, bis endlich jeder noch so kleine Rest des färbendenStoffes zerstört oder entfernt war, und das Kreosot sich durch längeres Auf-bewahren nicht mehr färbte Man hat diese Bereitungsmethode in etwas ab-gekürzt. Die Fabrikanten machen jedoch von ihren Verfahrungsarten, die ei-gentlich auch nur für Fabrikanten ein grösseres Interesse haben, ein Geheimnis». 1Simon und Koene haben darüber Mittheilungen gemacht, die aber im Wesent- iliehen mit der oben angegebenen Reichenbach'sehenMethode zusammenfallen. IDie Hauptkunst besteht darin, ein mit der Zeit nicht zu sehr bräunlich werden-des Kreosot zu liefern. Ganz reines Kreosot entspricht dieser Bedingung. Allemdies schliesst den Gebrauch eines schwachgelblich gefärbten nicht aus, was auchdie Pharmacopoe zugiebt. |
Das Kreosot ist eine farblose oder fast farblose, ziemlich dünne ölähnlicheFlüssigkeit von 1,037 bis 1,04 specif. Gewichte und sehr stark lichtbrechender |Kraft. Es ist Nichtleiter für Elektricität. Es fühlt sich schwach fettig an, undbildet auf Papier einen Oelfleck, der in Kurzem vollkommen verschwindet, h»