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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Olibanum. Opium.

Olibanum. Weihrauch.

TTius. Boswellia serrata Colebrook. Burseraceae.

Ein Harz in runden Stückchen und weisslich-gelblichen, kaumglänzenden, gleichsam mit Pulver bestaubten, zerbrechlichen Körn-chen, von bitterlichem Geschmack, beim Anzünden stark riechend.In höchst rectificirtem Weingeist wird es zum grössten Theile ge-löst. Wie es scheint, ist es der verhärtete Saft des oben genanntenStrauches, wird in dem östlichen Arabien gesammelt und zu unsgebracht.

Der ächte Weihrauch findet eine geringe Anwendung in der Pharmacie.Er kommt in zwei verschiedenen Sorten in den Handel. 1) Olibanum electum,auserlesener Weihrauch, in Körnern von der Grösse einer Erbse bis zu dereiner Baumnuss, meistens rundlich und wegen der Weichheit und Sprödigkeitzum Theil zu Pulver zerrieben und bestaubt. 2) Olibanum in sortis, Weihrauchin Sorten, in unregelmässigen, unreineren, marmorirten, dunkleren, zusammenge-backenen Stücken, die häufig mit vielen salzigen Theilen, Erden und Steinenvermischt sind. Er ist leicht zerbrechlich, spröde, im Bruche splitterig, matt undwenig glänzend. Der feine giebt ein fast weisses Pulver. In der Wärme schmilzter unvollkommen unter Aufblähen, verbrennt mit heller rossender Flamme undverbreitet einen starken balsamischen Geruch. Er besteht aus einem Harze, äthe-rischem Oele und Gummi. Die hellen Stücke werden vorgezogen. Beigemisch-tes Fichtenharz erkennt man an der schmierigen Consistenz, der vollständigenund leichten Schmelzbarkeit und dem terpenthinartigen Gerüche.

Der Weihrauch wird zu Räucherungen bei Kniegeschwülsten, zu Pflasternund Salben gebraucht. Er macht einen Bestandtheil der Pilulae de Cynoglosso,des Spiritus Mastiches compositus , des Emplaslri aromalici und oxycrocei , sowiedes Räucherpulvers, der Räucherkerzen und des Ofenlacks aus. Die Pflanze ge-hört zur Decandria Monogynia.

Opium. Opium

Meconium. Mohnsaft. Papaver somniferum. Linn. Papaveraceae.

Eine dichte Masse in Klumpen oder Kuchen, braun, hier unddort mehr und weniger gelb und dadurch gefleckt, durch Bearbeitenmit den Händen erweichend, getrocknet und in Pulver verwandeltgelblich-braun, von bitterem Geschmacke, widerlichem Gerüche, imWasser zum grössten Theile mit klarer Lösung löslich, häufig mitdem Samen einer Rumex-Art bestreut und in den meisten Fällenin verschiedene getrocknete Blätter eingewickelt. Es wird aus denunreifen Samenkapseln des oben genannten Mohns in verschiedenenOrten des Orients, besonders auf der Insel Chios bereitet. DasOpium von Smyrna ist das beste. Man hüte sich vor dem zuweichen, sowie auch vor dem allzuharten und spröden, mit einfarbi-gem gleichmässigen Bruche. Bewahre es sorgfältig auf.